Ringcon 2014

Maritim-HotelIch war dieses Jahr zum ersten Mal auf der Ringcon! Den halben Samstag bin ich innerlich auf- und abgehüpft, weil ich überhaupt mal wieder auf einer Con sein konnte. Der ein oder andere weiß es ja: Jahrelang bin ich einmal im Jahr nach Bonn gepilgert, zur Fedcon im Maritim-Hotel. Das war für Diana und mich immer ein Highlight des Jahres, und nach zehn Jahren oder so gehörte es irgendwie einfach dazu. Dann sind wir nach Bonn gezogen, unsere Tochter kam zur Welt und die Fedcon ist im gleichen Jahr nach Düsseldorf umgezogen! Die letzten vier Fedcons haben wir deswegen mehr recht als schlecht mitgenommen. 2011 haben wir mit Baby im Tragetuch mehr Zeit beim Stillen in der Tiefgarage verbracht als oben im Hotel. 2012 haben wir ausgelassen, 2013 dagegen hatten wir relativ viel von der Con, was aber nur ging, weil diverse Familienmitglieder sich vier Tage lang um unsere Tochter gekümmert haben.

Dieses Jahr nun hatten wir schon was anderes vor und sind nur einmal kurz durchs Hotel gelaufen zum Atmosphäre schnuppern. Dafür hatte ich mir die Ringcon vorgemerkt, da der Großteil der Stargäste aus „Game of Thrones“ stammt, was ich sehr gerne schaue. Dank der besten Schwiegermutter der Welt hatten wir am 18.10. Zeit, wie in alten Zeiten ins Maritim-Hotel zu fahren, zu unserem ersten Besuch der Ringcon und auch zu unserem ersten Besuch einer Con mit Tageskarte. Das hier wird also kein vollständiger Conbericht, da wir ja nur so etwa 40% der Con mitbekommen haben. Ein paar Eindrücke wollte ich aber trotzdem aufschreiben.

Die Ringcon

Die Ringcon ist 2002 anlässlich der „Herr der Ringe“-Verfilmungen entstanden. Da ich nie speziell ein Tolkien-Fan war, hat mich die Con bisher nicht interessiert, und zwei Cons dieser Größenordnung im Jahr mit Anreise, Hotel etc. geht für uns auch nicht wirklich. Da wir aber nun keine Anreise und kein Hotel brauchen, war das alles super-entspannt und ist für nächstes Jahr auf jeden Fall wieder vorgemerkt.

RingconWährend ich früher so ein bisschen meine Zweifel hatte, ob wir zu den Tolkien-Leuten passen, hat sich die Ringcon ähnlich wie die Fedcon auch anderen Serien und Fandoms geöffnet. Es war wirklich wie eine kleine Zeitreise, und der Unterschied zur Fedcon war kaum zu spüren. Mit 5000 Besuchern ist die Ringcon natürlich kleiner, aber das Maritim in Bonn ist ja auch kleiner als das in Düsseldorf. Alles in allem hatte die diesjährige Ringcon für meinen Geschmack genau die richtige Größe, um spannend aber gleichzeitig sehr entspannt zu sein. Es gab zwar immer mehrere Programmschienen, aber kaum Schauspieler-Panels parallel. Ein guter Teil des Programms bestand aus Panels und Veranstaltungen von Fans, was wir ein bisschen links liegen gelassen haben, da wir ja nur den einen Tag dort waren. Prinzipiell finde ich das aber gut, man hatte jedenfalls nicht wie auf der Fedcon oft das Gefühl, etwas zu verpassen. Auch sonst wirkte das Hotel zwar voll, aber nicht erdrückend. In der Autogrammstunde haben wir genau 0 Minuten am Saaleingang angestanden und dann lediglich bei Gemma Whelan vielleicht zehn Minuten warten müssen. Der einzige andere Schauspieler mit langen Schlangen war Manu Bennett, aber all das war kein Vergleich zur Fedcon, vor allem früherer Jahre, wo Schlange stehen einen guten Teil des Samstags in Anspruch nahm.

Ansonsten wie gesagt war alles auf angenehme Weise vertraut: Es gab einen Händlerraum, Panels mit den Gaststars, Fotosessions und die Autogrammstunde, ein Büffet im Foyer und abends Party bis 4 Uhr morgens. Die Mischung der Besucher unterschied sich subtil von der Fedcon, fand ich: Das reichte von allgemeinen Fantasy-Mittelalter-Fans bis hin zu Gamern und Cosplayern. Im Händlerraum fand sich wesentlich weniger 0-8-15-Merchandising, dafür aber auch Stände mit Kostümen, Schmuck und Lederwaren, die man so auch auf einem Mittelaltermarkt erwarten würde. Das fand ich recht angenehm. Genau wie auf der Fedcon traf man auch die Organisation „Sea Sheperd“ mit einem Stand an, und das Logo war bei vielen Besuchern präsent.

Stargäste und andere Programmpunkte

Während die Fedcon ja oft fünf oder sechs Serien-Hauptdarsteller aufbietet, war die Ringcon da etwas bescheidener, was mich aber kein bisschen gestört hat. Von „Game of Thrones“ waren Alfie Allen (Theon Grejoy), Luke Barnes (Rast), James Cosmo (Lord Commander Mormont), Finn Jones (Loras Tyrell), Kristian Nairn (Hodor), Daniel Portman (Poddrick Payne) und Gemma Whelan (Yara Grejoy) da, von denen nur Alfie Allen im Vorspann genannt wird. Charles Dance, auf den ich mich mit am meisten gefreut hatte, hatte leider abgesagt. Ansonsten waren drei, vier Darsteller aus Vampirserien wie „True Blood“ und „Vampire Diaries“ sowie „Supernatural“ anwesend, die ich aber alle nicht kenne. Außerdem Manu Bennett, der in „Spartacus“ und den Hobbitfilmen gespielt hat, was ich alles ebenfalls nicht gesehen habe. Wir haben ihre Panels dann für Essenpausen benutzt.

Von den „Game of Thrones“-Darstellern hatten leider nicht alle am Samstag ein Panel, so dass es bei einigen von ihnen bei dem kurzen Eindruck blieb, den man beim Autogramme abholen bekam. Das erste Panel, das wir sahen, war Gemma Whelan, die mir von allen Schauspielern dieser Con auch am besten in Erinnerung bleiben wird. Der Kontrast zu ihrer Rolle als toughe Yara Greyjoy war einfach herrlich. Sie ist sehr lustig (kein Wunder, sie macht auch Stand-up-Comedy) und hat viele witzige Geschichten erzählt: Wie sie beim Rennen zu einem Boot immer wieder über ihr Schwert stolperte oder sich draufsetze, vom Dreh der Szene mit Theon auf dem Pferd oder wie sie ihre Dialoge übt, während sie mit dem Fahrrad durch London fährt („Look, there’s the crazy one.“). Alles in allem sehr unterhaltsam. Da wird es sicher auch Spaß machen, die entsprechenden Episoden noch mal zu schauen.

Bei Kristian Nairn war ich sehr gespannt, da er ja als Hodor nicht so furchtbar viel ausdrücken kann. Er war auf jeden Fall auch sehr angenehm, hat viele Fragen beantwortet und Geschichten vom Dreh erzählt. Unter anderem kam mehrmals zur Sprache, wie schwer der Schauspieler des Bran mittlerweile ist. Kristian Nairn ist zwar groß, aber kein Bodybuilder. Dass er sich zwischendurch eine Rückenverletzung zugezogen hatte, half beim Drehen auch nicht gerade.

Nach der Mittagspause gab es ebenfalls eines der Highlights des Tages: Ein Mitarbeiter der Firma Pixomondo erzählt mit vielen Beispielen, wie die Effekte von „Game of Thrones“ gemacht werden. Dass diese zu einem guten Teil von einer deutschen Firma stammen, wusste ich gar nicht. Es war jedenfalls sehr spannend zu sehen, was an ganz normal wirkenden Aufnahmen alles digital hinzugefügt war. Oft ist ja klar, dass man ein entsprechendes Bauwerk weder in Irland noch auf Malta findet, und trotzdem sieht man es sehr vielen der Effekte gar nicht an. Zur Anschauen gab es sehr schön gemachte Vorher-Nachher-Bilder, wo die Türme, Mauern etc. von oben heringeregnet kamen.

Ent-KostümEbenfalls sehr gefreut hatte ich mich auf James Cosmo, den ich vor vielen Jahren im ersten Highlander-Film zum ersten Mal gesehen habe. Er ist seit fast 50 Jahren Schauspieler, und entsprechend hat man ihn in unzähligen Filmen gesehen („Braveheart“, „Narnia“…). Er hatte sehr viel zu erzählen und wirkte dabei ebenfalls sehr nett und bescheiden. Meine Lieblingsgeschichte war die Anekdote von dem kleinen Mädchen, das er kurz nach dem ersten Narnia-Kinofilm am Kühlregal eines Supermarktes traf, das ihn prüfend anschaute und fragte, ob er der Weihnachtsmann sei. 🙂

Alfie Allen haben wir nur zur Hälfte geschaut, da wir irgendwann vor dem Costume Contest noch was essen mussten. Man bekam aber den Eindruck, dass er und seine Rolle Theon Grejoy schon so einige Gemeinsamkeiten hatten. Die Fragen der Fans drehten sich auch sehr überwiegend um die Folterszenen. Nach dem Panel von Sebastian Roché kam dann der Costume Contest, der ja auf der Fedcon immer ein Highlight des Tages ist. Auch hier wurden wir nicht enttäuscht. Es liefen ja sowieso den ganzen Tag schon die wunderbarsten Kostüme über die Con. Neben einigen tollen Performances blieben mir vor allem die beiden Ents im Gedächtnis: Die Kostüme waren tatsächlich komplett aus Borke gefertigt, zusammengehalten nur von Klettband und Hoffnung. 😉 Auch erinnernswert: Ein längeres Statement gegen die Idioten, die im Netz Bilder von Cosplayern mit Gemeinheiten kommentieren. Das war sehr schön formuliert, und es ist traurig, dass so ein Statement überhaupt nötig ist. Nach dem Costume Contest haben wir uns noch einen kurzen Drink gegönnt, haben die Party aber natürlich nicht bis morgens um 4 mitgenommen. 😉

Fazit

Die Ringcon 2014 hat mir unheimlich Spaß gemacht! Größe der Con, Stargast-Auswahl und Atmosphäre waren echt super, und ich denke, wir kommen im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder.

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So, noch mal kurz drüber schauen und dann nichts wie ab damit. Vielen Dank fürs Kommentieren! :-)