FedCon 26 (Teil 1)

Letztes Jahr haben wir die FedCon 25 verpasst, weil wir in Kanada waren. Nachdem die FedCon nun wieder in Bonn stattfindet, wäre es albern gewesen, dieses Jahr nicht hinzugehen, also haben wir uns im Februar angemeldet. An diesem schönen Pfingstwochenende war es nun soweit: FedCon in Bonn! Beim Betreten des Maritim Hotels werden viele Erinnerungen wach. Immerhin pilgere ich seit 2003 immer wieder hierher. In meinem Kopf hatte ich lustigerweise das Maritim in Düsseldorf und musste mich erst mal wieder an das andere Layout und die teils doch engeren Gänge gewöhnen.

Fedcon

Was die Stargäste betrifft: Viele von ihnen sind aus TNG und waren schon vielfach auf der Con. Das macht sie aber nicht per se langweilig, und immerhin gab es ja mit Matt Smith und Jenna Coleman noch zwei andere Highlights. Man merkt auch sehr deutlich, dass „Doctor Who“ mittlerweile über Netflix in Deutschland verfügbar ist. Gefühlt jeder zweite lief mit einem Doctor-Who-T-Shirt herum. Da war ich vor einigen Jahren in Düsseldorf noch fast der einzige.

Am Freitag gestaltete sich der Wechsel von der Arbeit zur Con etwas hektisch, und so haben wir auch das erste Panel von Sasha Roiz verpasst, weil wir erst mal unserer Tochter das Congelände und die Händlerräume gezeigt haben, ehe sie in die Obhut der Oma übergeben wurde. Das erste Highlight war dann Marina Sirtis. Sie prägt meine Erinnerungen an meine allererste FedCon (11). Auch all die Jahre später ist sie einfach toll und vollkommen anders als ihre Rolle der Deanna Troi!

Danach war Professor Hubert Zitt mit einem kurzweiligen Panel zum Thema „Künstliche Intelligenz und Science Fiction“ dran. Hubert Zitt ist schon seit vielen Jahren Stammgast auf der FedCon, aber seine Panels liefen ganz oft parallel zum Programm im Hauptsaal oder morgens zu unirdischer Uhrzeit. Deswegen war das meiner Erinnerung nach das erste Mal, dass ich tatsächlich ein ganzes Panel von ihm gesehen habe. War auf jeden Fall unterhaltsam.

Später kam dann Matt Smith auf die Bühne. Er ist etwas introvertierter, als ich gedacht hätte, aber trotzdem sehr unterhaltsam und freundlich. Anschließend begann die Con mit der Opening Ceremony so richtig. Orgamäßig wirkte hier einiges sehr improvisiert, und mich irritierte vor allem, dass Matt Smith und Jenna Coleman hier gar nicht erwähnt wurden. Die Moderation der Con hatte dieses Jahr Chase Masterson übernommen (Leeta in DS9). Ich fand sie sehr nett, gerade auch in ihrem eigenen Panel, aber ein Tacken Professionalität hat da doch schon gefehlt und auf der Stimmungskanonenskala geht auch noch was.

Der Samstag begann mit der schlechten Entscheidung, mir ein Autogramm von Matt Smith zu holen. Dazu hatte ich ja schon separat was geschrieben. Diese Aktion hat mir um ein Haar den ganzen Tag verleidet. Hat etwas gedauert, bis wieder Stimmung aufkam. Dazu trug auch die generelle Organisation der Con bei. Aus meiner Sicht ist so eine Con ja eine Gelegenheit, Schauspieler zu treffen und Panels anzuhören. Das Geschäftsmodell der Con sind allerdings Autogramme und Fotosessions. Das führt dazu, dass der Hauptsaal an zwei Tagen stundenlang mit der Autogrammstunde blockiert ist und sich viele andere Programmpunkte verzögern, wenn noch Fotos geschossen werden. Das Parallelprogramm im kleinen Saal war jedenfalls meistens hoffnungslos überfüllt, so dass man gar keine Chance hatte, da etwas mitzunehmen. Auf diese Weise habe ich es z.B. auch geschafft, sämtliche Programmpunkte der anwesenden ESA-Leute zu verpassen.

Wobei ich es durchaus gut finde, wenn die Orga da klare Ansagen macht und dann lieber den Saal schließt anstatt eine Massenpanik in den engen Räumlichkeiten zu riskieren. Dass John de Lancie dann gegen Ende der Autogrammstunde in den großen Saal verlegt wurde, war sicher auch eine gute Idee.

Colm MeaneyJohn de Lancie hatte ich tatsächlich noch nie live gesehen. Er war wesentlich ernster als ich erwartet hätte und hat viel über Schauspielerei und Probleme wie seine Dyslexie gesprochen. Das war sehr spannend. Anschließend kam Michael Dorn auf die Bühne. Ihn hatte ich 2010 bereits gesehen, hatte daran aber keine großen Erinnerungen. Er war (ganz entgegen seiner Rolle als Worf) ungemein charmant und witzig, aber immer auf eine freundliche Weise. Unerwarteter Fakt hier: Er ist Veganer. Den Abschluss bildete Colm Meaney, den ich ebenfalls sehr sympathisch fand und bisher noch auf keiner Con getroffen hatte. Fun Fact am Rande, was ich all die Jahre auch nicht wusste: Man spricht seinen Vornamen wie „Colum“ aus! Im Panel ging es auch immer mal wieder um die Situation in Irland, Politik, Brexit, aber auch um seine Filme und seine Serie „Hell on Wheels“, welche ich mal auf meine Watchlist setzen sollte.

Und dann kam noch David Hasselhoff! Irgendwie konnte man meinen, er wäre der Haupt-Stargast der Con. Auf der Webseite stand er ganz oben (weil zuletzt zugesagt, nehme ich an), und erfuhr wesentlich mehr Aufmerksamkeit als z.B. Matt Smith, der an diesem Punkt schon wieder abgereist war. Das wirkte einfach merkwürdig und unpassend, denn mit SF und Fantasy hat er wirklich nicht im geringsten eine Verbindung. Zugegebenermaßen habe ich keine seiner Serien je gesehen, aber Knight Rider schien schon noch viele Fans im Publikum zu haben. Gewisse Entertainer-Qualitäten kann man ihm auch nicht absprechen. Trotzdem waren seine Panels für mich nicht gerade der Höhepunkt der Con. Andererseits: Wenn man einmal einen guten Sitzplatz auf der Empore hat, kann man ja nicht einfach so aufstehen…

So, mittlerweile ist die FedCon ja viertägig, also trenne ich das mal in zwei Teile…

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So, noch mal kurz drüber schauen und dann nichts wie ab damit. Vielen Dank fürs Kommentieren! :-)