TV-Serie: The 100

The 100„The 100″ ist eine amerikanische SciFi-Serie, die 2014 auf The CW gestartet ist. Mittlerweile gibt es 29 Episoden in zwei Staffeln, die dritte läuft aktuell gerade in den USA. Die Episoden gehen nur 45 Minuten, so dass man sie relativ schnell wegschauen kann.

Inhalt

Die Serie spielt im Jahr 2149. Es sind fast 100 Jahre vergangen, seit ein verheerender Atomkrieg die Oberfläche der Erde unbewohnbar gemacht hat. Damals überlebten nur die Besatzungen von zwölf Raumstationen, die sich im Erdorbit befanden. Sie verbanden die Stationen zur Ark Station und bewahrten damit die Menschheit vor dem Aussterben. Als die Station lebensbedrohliche technische Probleme entwickelt, beschließt der Rat eine verzweifelte Aktion: 100 jugendliche Straftäter werden in eine Landungskapsel gepackt und auf die Erde geschossen, um herauszufinden, ob Menschen dort wieder überleben können. Auf der Erde müssen die Jugendlichen mit der ungewohnten Umgebung, den fehlenden Ressourcen und vor allem sich selbst klarkommen. Derweil ringen die Menschen auf der Ark Station mit den technischen Problemen, welche das Überleben der Station bedrohen…

Die Serie

Wie ich letztens schon schrieb wirkte „The 100″ anfangs auf mich eher wie eine Teenager-Serie. An vielen Stellen machten die ersten Episoden einen zu glattgebügelten Eindruck. Die Jugendlichen frieren nicht, Hunger wird nur behauptet, alle sind auch an Tag 2 und 3 noch geschminkt im Wald unterwegs etc. Gleichzeitig fand ich die Handlung auf der Raumstation spannend. Das Setting ist relativ ungewöhnlich, da es hier zur Abwechslung wirklich um etwas geht. Wenn die Station versagt, kommt niemand zu Hilfe, denn es ist sonst niemand mehr da. Vor diesem Hintergrund erschien mir diese Handlung anfangs ebenfalls zu sauber und hell. Ich hätte hier eine viel dunklere Geschichte im Stil von „Battlestar Galactica“ erwartet. Aber was soll ich sagen: „The 100″ nimmt sehr schnell Fahrt auf und wird beizeiten ordentlich düster. Das Thema kann man anders auch kaum ernsthaft behandeln.

Was ich der Serie auch hoch anrechne: Sie ist beweglich, ruht sich nicht auf dem Erreichten aus. Du denkst, jemand ist ein Hauptcharakter der Serie? Sorry, schon ist der Charakter tot. Du denkst, jemand ist ganz klar der Böse in der Geschichte? Innerhalb kurzer Zeit bekommt der Charakter Tiefe und eine nachvollziehbare Motivation. Auf diese Weise werden die anfangs schablonenhaft wirkenden Charaktere sehr schnell glaubwürdig ausgearbeitet. Wir sehen auch immer wieder Flashbacks in die Kindheit der Jugendlichen, was zum Verständnis beiträgt, ohne dass man das als Stilmittel übertreiben würde. Auch was die Handlung an sich angeht, ändert die Serie öfters mal den Fokus, was ich nicht im negative Sinn meine. Anfangs vermutet man noch, dass es eine reine Survival-Geschichte wird. Dann nimmt eher „Herr der Fliegen“ den Fokus der Geschichten ein, es werden die Konflikte und Machtspielchen innerhalb der Gruppe beleuchtet. Später kommen weitere, spannende Elemente dazu. Die Handlung fließt dabei recht glaubwürdig von einem Element zum anderen, ohne dass diese Fokuswechsel überhastet oder unlogisch wirken (nicht etwa wie bei Caprica). Was dabei natürlich ein bisschen auf der Strecke bleibt ist der Realismus. Wie gesagt, eigentlich müsste man erwarten, dass die Hälfte der Jugendlichen in den ersten Tagen verhungert, erfriert, an Unterkühlung oder Strahlenvergiftung stirbt. Da wird schon viel an Realität ausgeblendet. Die Geschichte ist allerdings so spannend, dass ich darüber gut hinwegsehen kann.

The 100 Cast

Was die Schauspieler betrifft, so lebt die Serie wirklich von Eliza Taylor als Clarke. Von ihrer praktisch veranlagten und sarkastischen Art her erinnert sie mich sehr an Kristen Bells „Veronica Mars“. Aber auch die anderen Jugendlichen haben gute Darsteller gefunden, darunter Bob Morley als Bellamy oder Lindsey Morgan als Raven. Auf der Raumstation ragen Isaiah Washington als Kanzler Thelonius Jaha, Paige Turco als Abby Griffin und Henry Ian Cusick (Desmond in „Lost“) als Marcus Kane heraus. Die Produktionswerte sind nicht High-End auf „Game of Thrones“-Niveau, aber bis auf wenige Ausnahmen sind die Effektaufnahmen und Sets der Raumstation gelungen. Am Boden muss der Wald von British Columbia als die Ostküste der USA herhalten, was aber im Vergleich zu „Stargate“ und anderen Serien diesmal nicht zu sehr stört.

„The 100″ basiert im übrigen auf der gleichnamigen Buchreihe von Kass Morgan. Noch während sie das erste Buch schrieb, begann jedoch schon die Verfilmung, da die ursprüngliche Idee von der Produktionsfirma Alloy Entertainment an die Autorin herangetragen wurde. Das ist also mehr ein Fall von „unterschiedliche Vertriebskanäle“ als eine echte Verfilmung. Insofern stellt sich für mich die Frage nicht, inwiefern die Serie eine gute Umsetzung der Bücher ist.

Einen Punkt Abzug kriegt die Serie für den albernen Kurzvorspann. Als „Lost“ damit anfing, war das noch originell, aber mittlerweile nervt es nur noch, wenn Serienproduzenten meinen, eine zweisekündige Einblendung würde als Vorspann durchgehen. Und ich habe dann sämtliche Schauspielernamen drei Minuten lang in den Untertiteln stehen. … Ok, das empfand wohl nicht nur ich so, denn mit Staffel 2 gibt es nun auch einen „echten“ Vorspann.

Fazit

Eine spannende Mischung aus Science-Fiction und Teenager-Drama, in Handlung und Charakteren beweglich und glaubwürdig. Kann man sich definitiv anschauen.

Veröffentlicht unter Serien

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So, noch mal kurz drüber schauen und dann nichts wie ab damit. Vielen Dank fürs Kommentieren! :-)