TV-Serien angetestet (2): The 100 und Helix

Vor kurzem hatte ich begonnen, mal absichtlich in verschiedene aktuelle Serien reinzuschauen. „Continuum“ und „Sense8″ waren nicht so mein Fall, dieses Mal geht es mit besseren Serien weiter.

The 100 (2014)

The 100Die US-Serie läuft seit 2014 und hat es bisher auf 2 Staffeln mit 29 Episoden gebracht. Die dritte Staffel läuft aktuell in den USA.

In der Serie sind fast 100 Jahre vergangen, seit ein verheerender Atomkrieg die Oberfläche der Erde unbewohnbar gemacht hat. Damals überlebten nur die Besatzungen einiger Raumstationen. Sie verbanden die Stationen zur Ark Station und versuchen seitdem, die Menschheit vor dem Aussterben zu bewahren. Als die Station lebensbedrohliche technische Probleme entwickelt, beschließt der Rat eine verzweifelte Aktion: 100 jugendliche Straftäter werden in eine Landungskapsel gepackt und auf die Erde geschossen, um herauszufinden, ob Menschen dort wieder überleben können…

Das Setting von „The 100″ ist vergleichsweise originell. Im Gegensatz zu so manch belangloser Serie geht es hier buchstäblich um das Überleben der Menschheit, und das sorgt dafür, dass die Handlung an Bord der Ark Station sehr spannend ist. Im Prinzip erinnert das sehr an „Battlestar Galactica“, und gleichzeitig ist mir „The 100″ zu sehr als Teenager-Serie angelegt. An vielen Stellen ist die Handlung einfach nicht düster genug, verglichen mit BSG. Das war zumindest mein Eindruck nach den ersten beiden Episoden.

Der zweite und eigentlich wichtigere Teil der Handlung spielt auf der Erde, wo nun also 100 Jugendliche durch den Wald stapfen. Es macht im Rahmen der Serie durchaus Sinn, dass es Jugendliche sind – die Ressourcen der Station sind so beschränkt, dass alle Erwachsenen, die in irgendeiner Weise straffällig werden, nicht ins Gefängnis sondern in die Luftschleuse kommen. Trotzdem hatte ich meine Probleme, mit dieser Truppe warm zu werden. Die ersten beiden Episoden habe ich nur darauf gewartet, dass sie endlich mal gefressen werden! 😉 Aber: Eliza Taylor als Clarke kann die Serie durchaus tragen. Ja, die Teenager stolpern hübsch geschminkt durch den Wald, niemand scheint zu frieren und der Hunger hält sich offenbar auch in Grenzen. Die Serie stellt dieses ganze „Herr der Fliegen“-Szenario aber immer noch so spannend und hinreichend originell dar, dass man dann doch weiterschauen möchte.

Fazit: Ich spoiler jetzt mal: Ich habe weitergeschaut, und die Serie findet recht schnell einen guten Kurs und überwindet ihre Anfangs-Schwierigkeiten. Es wird sehr schnell spannend, und die ganze Handlung ist nicht halb so statisch angelegt, wie man anfangs vermuten könnte. Eine ausführlichere Review kommt, wenn ich Staffel 2 geschaut habe. Kann man definitiv schauen!

Helix (2014)

HelixDiese Serie lief von 2014 bis 2015 und brachte es in zwei Staffeln auf 26 Episoden.

Dr. Alan Farragut ist Chef eines Teams des CDC (Center for Desease Control). Sie werden zu einer privaten Forschungsstation in der Arktis gerufen, wo es zu einem Zwischenfall mit einem Virus gekommen ist. Schnell wird klar, dass es Farraguts Team lange nicht alle Informationen bekommen hat, und dass das freigesetzte Virus viel gefährlicher ist als angenommen. Ausgerechnet Farraguts Bruder Peter hat sich infiziert und ist halb mutiert in einem Luftschacht verschwunden. Und nicht alle auf der Station scheinen wirklich daran interessiert zu sein, dem Team bei der Bewältigung der Krise zu helfen…

Ich hatte vorher über diese Serie nicht viel gelesen. Das Stichwort „tödlicher Virus“ ließ mich an eine Weltuntergangs-Serie á la „The Walking Dead“ denken. Als dann im Vorspann „an Original Syfy Production“ stand, waren meine Erwartungen eigentlich im Keller. Aber: „Helix“ hat mich durchaus überrascht. Man kann „Helix“ sicher nicht überbordernde Originalität vorwerfen, alle Teile der Handlung kennt man schon von anderswo. Aber sie sind eben sehr kompetent zusammengesetzt und doch so originell, dass man weiterschauen möchte. Insbesondere fand ich die Schauspieler gut. Oft kriegt man ja einen glattgebügelten Teenie-Cast präsentiert. Diesen Schauspielern nimmt man dagegen die Rolle als hochspezialisierte Wissenschaftler tatsächlich ab. Vor allem Billy Campbell als Dr. Farragut macht sich gut als Hauptcharakter der Serie. Es ist im übrigen dann doch kein Weltuntergangs-Szenario, sondern eher wie in typischen Horror-Filmen eine Krise in einer absichtlich abgeschotteten Location.

Wieso die Serie relativ gut ist, wird übrigens klar, wenn man auf die Autoren schaut: Ausführender Produzent ist Ronald D. Moore, der schon bei „Star Trek DS9″ und „Battlestar Galactica“ gezeigt hat, dass er ein guter Autor ist. Hier wird es ihm hoffentlich auch nicht gelingen, die Serie in religiöses Geschwafel azudrängen, aber mal sehen.

Fazit: Etwas Horror, etwas Verschwörungs-Theorie, etwas SciFi-Wissenschaft, ein bisschen zwischenmenschliches Drama, das alles an einer einsamen Location im arktischen Schneesturm. Kein „Must See“-Fernsehen, aber durchaus spannende Unterhaltung, wenn man etwas gruseligere Serien mag.

5 Gedanken zu “TV-Serien angetestet (2): The 100 und Helix

  1. Von The 100 hab ich auf Pro7 auch schon die 2. Staffel gesehen. Ich kann dir versprechen, das wird noch heftiger. Am Anfang war ich auch etwas skeptisch, aber das die Serie hat mich dann doch recht schnell gepackt und ich wollte unbedingt wissen, wie es weiter geht. Bin eigentlich nur zufällig rechtzeitig drauf gestoßen, dass Pro7 die Serie bringt. Hab dann nur gehofft, dass die Serie nicht wieder mal mitten drin abgebrochen und nicht weitergesendet wird.

    Wenn du düstere Serien magst, was hältst du dann von The Strain? Ich fand die echt gut. Ein steinaltes Thema so originell umgesetzt, wirklich nicht schlecht. 🙂

    Helix klingt übrigens genau nach meinem Geschmack, ich hoffe, ich kriegs mit, wenn die irgendwo im TV läuft.

  2. „The Strain“ habe ich noch nicht gesehen, werde ich mir aber mal merken. „Helix“ scheint bisher noch nicht im Free TV gelaufen zu sein, und bei den üblichen Anbietern hat es nur Maxdome im Angebot. Für einen Überblick über die Streaming-Anbieter ist übrigens die Seite http://werstreamt.es gut. Schon in die Jahre gekommen ist Wunschliste.de, aber da kann man sich immer noch eine Benachrichtigung bei Serienstarts schicken lassen. Mit „The 100″ bin ich fast durch, ist wirklich spannend.

  3. Hallo Johannes,

    habe mir gestern die Pilotfolge von Helix angesehen, läuft seit letzter Woche auf Pro7 Maxx. Danke für den Tipp! Was ich bis jetzt gesehen hab, gefällt mir. 🙂 Die von dir genannten Seiten sind mir ein Begriff und werstreamt.es ist tatsächlich eine große Entscheidungshilfe, aber für einen Anbieter entscheiden konnte ich mich immer noch nicht. 🙂 Leider scheint es echt so zu sein, dass amazon das umfangreichste Angebot hat. Auf die Idee, mich von Wunschliste.de benachrichtigen zu lassen, bin ich noch nicht gekommen, sollte ich vielleicht mal drüber nachdenken. 🙂

  4. Über das Gesamtangebot von Amazon vs. Netflix habe ich nicht wirklich einen Überblick. Geraten würde ich sagen, dass Amazon mehr Filme anbietet und Netflix mehr Serien. Allerdings hat Amazon auch viele Filme im Angebot, die man nur gegen Extra-Geld ausleihen kann. Bei Netflix ist das tatsächlich ein Flatrate-Angebot. Zu schauen gibt es bei beiden Anbietern jedenfalls genug, denke ich, und gleichzeitig gibt es ohne Ende Sachen, die bei beiden Anbietern fehlen, selbst aktuelle Serien.

    Was mir Netflix jedenfalls sympathisch macht, ist die durchdachte Funktionalität: Ich kann problemlos in der Folge die Sprache wechseln und Untertitel dazuschalten (gibt es nicht für jede Serie, aber doch relativ oft). Netflix merkt sich auch pro Serie, in welcher Sprache ich sie schaue. Das taugt tatsächlich als DVD-Ersatz, wogegen die Bedienbarkeit bei Amazon noch stark zu wünschen übrig lässt.

  5. Da hast du wohl recht. War vor Kurzem schon fast so weit, mich bei Amazon Prime anzumelden, auf der Suche nach einer ganz bestimmten Serie (Warehouse 13) musste ich dann aber feststellen, dass es nur so aussieht, als hätte Amazon das größere Angebot. Die meisten Serien scheinen nämlich nicht im Prime-Angebot enthalten zu sein, die muss man separat „kaufen“. Das Serienangebot, das in Prime enthalten ist, scheint tatsächlich relativ klein zu sein im Verhältnis der Unmengen an Serien, die es so gibt. 🙂 Ähm, und somit stehe ich wieder am Anfang meiner Suche. 😀

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So, noch mal kurz drüber schauen und dann nichts wie ab damit. Vielen Dank fürs Kommentieren! :-)