Regina Spektor: What We Saw From The Cheap Seats

What We Saw From The Cheap SeatsZur Abwechslung will ich mal wieder ein Album und eine Musikerin vorstellen. Auf Regina Spektor bin ich über den Narnia-Soundtrack aufmerksam geworden, zu dem sie das Lied „The Call“ beigesteuert hat. Dieses wunderbare Lied kann ich immer wieder hören, und deshalb hab ich mir bei Spotify dann einfach mal alle ihre Alben angehört. Ihr neuestes Album „What We Saw From The Cheap Seats“ habe ich mir nun auch zugelegt.

Regina Spektor

Regina Spektor ist eine russisch-stämmige amerikanische Sängerin aus New York, die seit 2001 ihre eigene Musik veröffentlicht. Hierzulande ist sie nicht sehr bekannt, was Schade ist. Neben dem Narnia-Soundtrack kennt man sie aber vielleicht von der Titelmelodie der Serie „Orange Is The New Black“.

Ihr Gesang erinnert mich an Katie Melua und Norah Jones. Ein bisschen auch an Tori Amos, was die Unkonventionalität betrifft. Regina Spektor singt nicht einfach alle Lieder gleichbleibend herunter. In manchen Liedern singt sie sehr hoch, dann wieder tiefer. Es gibt sehr poppige, temporeiche Lieder, aber auch ganz leise Balladen, und manchmal peppt sie die Lieder einfach durch lustige Geräusche auf. Prinzipiell hat sie aber eine ruhige, angenehme Stimme. Begleitet wird sie meist vom Klavier. Auch inhaltlich ist ihre Musik abwechslungsreich, von sehr ernstgemeinten Liedern bis zu eher schrägen Texten.

Das Album

„What We Saw From The Cheap Seats“ erschien 2012 und enthält 11 Songs. Die Spielzeit beträgt 37 Minuten. Geschrieben hat Regina Spektor alle Lieder selbst, bei fast allen Stücken spielt sie zudem Klavier und Keyboard. Das Album kommt in einem sehr schön gestalteten Pappschuber, hat aber innen immerhin eine Plastikhalterung für die CD. Das Booklet ist ebenfalls sehr schön gestaltet, man kann aber trotz der optischen Verspieltheit die Texte lesen, was ja auch nicht immer gegeben ist.

Das Album beginnt mit „Small Town Moon“, das einem schon einen guten Vorgeschmack auf Regina Spektors Musik gibt. Das Lied beginnt eher ruhig und lebt von Reginas Stimme und der Klavier-Begleitung. Zum Refrain hin wird es dann aber doch lauter, immer im Wechsel mit langsameren Abschnitten. Inhaltlich ist das Lied eher surreal. Als nächstes folgt „Oh Marcello“, ein etwas merkwürdiges Lied. Den Text singt sie fast gesprochen in einem italienischen Akzept, mit einem Sound wie von einem alten Plattenspieler. Der normal gesungene Refrain dagegen stammt aus dem Lied „Don’t Let Me Be Misunderstood“ (1964).

Mein absolutes Lieblingsstück ist „Don’t Leave Me (Ne Me Quitte Pas)“. Der Refrain ist teilweise auf Französisch gesungen, und das Lied hat absolute Ohrwurm-Qualität. Der Refrain wird von einer sehr prominenten Trompete begleitet und im Rest des Liedes ist eher ein Keyboard zu hören als das sonst von ihr viel eingesetzte Klavier. Ich binde euch das Lied hier mal ein:

„Firewood“ ist danach ein sehr ruhiger und melancholischer Song, das mehr noch als „Small Town Moon“ nur von Reginas Stimme und dem Klavier lebt. Als nächstes kommt „Patron Saint“, das wieder etwas mehr Tempo mitbringt. Inhaltlich konnte ich damit nicht so viel anfangen. „How“ ist wieder ein relativ melancholisches Lied und das einzige Lied des Albums, das man wirklich als Liebeslied bezeichnen kann, wenn auch ein trauriges.

„All The Rowboats“ ist mein zweites Lieblingslied, und diesmal fasziniert mich eher der Text. Sie singt hier über Menschen, die in Gemälden gefangen sind, über die Schiffe, die für immer und ewig versuchen wegzufahren.

They will hang there
In their gold frames
For forever, forever and a day
All the rowboats
In the oil paintings
They keep trying to row away, row away…

Das ist so herrlich surreal und erinnert mich stark an die Jubiläumsfolge von Doktor Who. 😉 Das Lied ist recht schnell und hat einen treibenden Beat.

„Ballad For A Politician“ begeistert mich nicht so sehr. Das Lied gewinnt jedoch sehr durch das lustige Foto, das im Booklet zu finden ist. „Open“ ist ein recht melancholischer Song, auch nicht so mein Favorit, aber durch das Klavier schon gut anzuhören.

„The Party“ ist dann wieder eine schnellere und sehr eingängige Nummer, schön anzuhören und schön geschrieben.

You‘re like a big parade through town
You leave such a mess, but you‘re so fun

Das Album endet mit dem ruhigen Song „Jessica“, der zur Abwechslung nur von einer Akustik-Gitarre begleitet wird. Vom Stil her erinnert mich das Lied spontan an ein ruhiges Stück von Amy Macdonald.

Fazit

Es lohnt sich, in Regina Spektors Musik reinzuhören, wenn man ruhige und etwas unkonventionelle Musik mag. Mit dem Streaming-Dienst eurer Wahl ist das ja auch schnell gemacht. Ich finde ihre Musik jedenfalls sehr erfrischend, sowohl von den Texten her als auch musikalisch. Allein schon die durchgehende Klavier-Begleitung hört man in der Pop-Musik nicht so oft.

Veröffentlicht unter Musik

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So, noch mal kurz drüber schauen und dann nichts wie ab damit. Vielen Dank fürs Kommentieren! :-)