Kurzer Rückblick: FedCon XXII

FedCon 22Wie jedes Jahr wollte ich zur diesjährigen FedCon XXII, welche vom 9. bis 12. Mai in Düsseldorf stattfand, eigentlich einen längeren Text schreiben. Nun sind aber mittlerweile über vier Monate vergangen, und die Erinnerungen verblassen schon langsam. Ich werde hier deswegen nur ein paar Highlights schildern. Wie man zudem an nebenstehendem Bild sieht, sind unsere Fotos dieses Jahr nicht so der Hit geworden. Mir war es dieses Mal einfach wichtiger, von der Con etwas mitzubekommen als das perfekte Foto zu schießen.

Das Highlight schlechthin war für uns, dass wir überhaupt zur Con konnten. Das ging nur, weil Schwiegermutter und Schwager mit Freundin Zeit geopfert haben und in unserer Ferienwohnung auf Helena aufgepasst haben. Unsere Zweijährige kann ja viel, aber Stillsitzen während jemand Englisch auf der Bühne redet gehört sicher nicht dazu. Sie mit in den Saal zu nehmen kam also nicht in Frage. Für uns hieß das umgekehrt, dass wir die abendliche Party haben ausfallen lassen und auch das ein oder andere Panel haben sausen lassen, um etwas Zeit mit der Kleinen zu verbringen. Unterm Strich war das aber ok und wesentlich einfacher als 2011, als wir mehr Zeit beim Baby als in den Panels verbrachten.

Highlight Nummer 2: Wir haben die Con tatsächlich ein kleines bisschen auch zu dritt besucht. 2011 hat Helena ja noch alles verschlafen. Dieses Mal kam sie am Freitag mit, und zu diesem Anlass hatten wir uns alle drei in Uniformen geschmissen. Ihre bestand nur aus einer schwarzen Hose, einem H&M-Shirt, das zufälligerweise genau das McCoy-Blau hatte, sowie einem kleinen TNG-Kommunikator. Das passte eigentlich nicht zusammen, sah aber Klasse aus, und wir wurden auch mindestens einmal gefragt, wo wir das her hätten. Es war jedenfalls echt cool, zu dritt kostümiert durchs Foyer zu laufen und ihr Sachen zu zeigen. Sie fand den Gorn toll, den wir am Eingang trafen („Papa, ich will noch mal das Krokodil gucken!“), und auch die Wookies („Papa, da kommt ein Bär!“). Darth Vader hat ihr dagegen eher einen Schreck eingejagt. Auch sehr cool war Fergal, das lebensgroß herumlaufende FedCon-Maskottchen, das jetzt zu Hause auch zu unserem Kuscheltier-Repertoire gehört (Danke Kaineus!).

GornNun zur Con selber: Die Star-Auswahl fand ich dieses Jahr recht gelungen. Es gab keinen echten Fokus, manches Jahr war es ja eine reine Star-Trek- oder Galactica-Con. Dieses Jahr war für jeden etwas dabei. Sehr gewöhnungsbedürftig fand ich, dass die Hauptdarsteller aus verschiedenen Star-Trek-Serien schon fast unter „ferner liefen“ auftraten, während die Headliner Eve Myles und John Barrowman aus „Torchwood“ waren. Als Torchwood-Fan kann ich das verstehen, und beide lieferten auch einfach eine tolle Show ab. Ich hätte aber nicht gedacht, dass die Serie in Deutschland mittlerweile so viele Fans hat.

Barrowman und Myles waren jedenfalls sehr witzig, wie nicht anders zu erwarten. Ich konnte mir von Eve Myles ein Foto von ihr und Kai Owen unterschreiben lassen, das ich seit der ersten „The Hub“-Convention 2009 habe. Direkt vor uns in der Autogrammschlange lieferten sich Casper van Dien und John Barrowman eine Erdnussschlacht, was echt witzig war. Die Starship-Troopers-Schauspieler haben wir mangels Kenntnis des Filmes übersprungen. Sie hatten aber wohl auch viel Spaß auf der Con und haben sich gerade mit John Barrowman immer wieder kleine Gefechte geliefert.

Sehr witzig war Colin Ferguson aus „Eureka“. Wie es manchmal der Fall ist, kam schnell rüber, dass er an seinem Charakter Jack quasi nichts spielen muss. Ferguson IST Jack Carter. Das fing damit an, dass er schon in den ersten Minuten über eine Keksschale stolperte, die der Schauspieler vor ihm auf der Bühne hatte stehen lassen. Als ihn gerade jemand fragen wollte, ob er auch so tolpatschig wie Jack wäre, trat er passend dazu sein Glas Wasser um. Dann erzählte er uns die Geschichte, wie er auf einer Con in Sydney mal aus Versehen ein Loch in eine Wand getreten hatte (er dachte, die Wand wäre massiv und wollte einen Stunt demonstrieren, es war aber nur Gips). Sehr witzig, man kann es sich auf YouTube anschauen:

Neben Colin Ferguson war auch Matt Frewer da, der ebenfalls viel zu erzählen hatte. Bei der Autogrammstunde saß er leider etwas allein rum, hat sich für das Autogramm, das wir unseren Babysittern mitbrachten, aber super viel Mühe gegeben. Echt nett! Auch Colin Ferguson hat bei der Autogrammstunde vollen Einsatz gezeigt und jedem Einzelnen die Hand geschüttelt und ein paar Worte gewechselt. Man darf nicht vergessen, dass die Schauspieler dort ja nicht zum Spaß sind, sondern arbeiten. Wenn sie sich trotzdem Zeit nehmen für die Fans, freut einen das, auch wenn seine Autogrammschlange auf die Weise eine respektable Länge erreichte.

Eve MylesEbenfalls toll waren Claudia Black und Ben Browder. Ben Browder hatte ein witziges Panel, wo er von John Barrowmans nächtlicher Party im benachbarten Hotelzimmer erzählte. Dann fing er an, Wasser auf der Bühne zu verkippen und meinte dazu: „That will keep him away!“ Nach dem dritten Mal oder so kam Claudia Black raus und ermahnte ihn im Ton einer verständnisvollen Mutter, dass er das lassen solle, denn die Crew Backstage hätte Angst vor elektrischen Kurzschlüssen. Schwer zu beschreiben, aber die Szene war herrlich. Sie hatte auch kurz zuvor noch erzählt, dass sie sich als „progressive parent“ versucht bei ihren eigenen Kindern. („I understand that you want to do that, but if you keep doing it I‘m going to take the water away from you.“). Ich habe dieses Jahr übrigens erstaunlich wenig Autogramme mitgenommen (Geld saß nicht so locker, von vielen Gästen habe ich aber auch schon ein Autogramm). Ben Browder und Claudia Black musste ich mir aber leisten, wo sie schon mal zusammen da waren.

Es hatten eine ganze Reihe Schauspieler abgesagt, teilweise auch sehr kurzfristig. LeVar Burton sollte eigentlich da sein genau wie Alexander Siddig, Tricia Helfer und Roxann Dawson. Das Programm war durch die vielen Absagen etwas lockerer als sonst, zumal bei nun vier Con-Tagen. Ich fand das aber durchaus angenehm. So konnte man ohne schlechtes Gewissen auch mal den Hauptsaal verlassen. Äußerst sympathisch: Roxann Dawson hatte eine kurze Video-Botschaft aufgenommen, auf ihrer Terrasse daheim mit ihrem Hund zusammen. Und sie hat immerhin nicht wegen Arbeit abgesagt, sondern weil ihr Vater im Krankenhaus lag. Wenn Schauspieler sich die Zeit für so etwas nehmen, obwohl sie das echt nicht müssten, finde ich das immer toll.

Ein Fokus der Con lag natürlich auch auf „Into Darkness“. Zum vermutlich ersten Mal startete ja ein neuer Star-Trek-Film ausgerechnet am Con-Wochenende in Deutschand im Kino. Ich hätte eigentlich gewettet, dass das FedCon-Team eine Kinovorstellung organisiert, dem war dann aber doch nicht so. Es blieb bei jeder Menge Trailern, einer Video-Botschaft von JJ Abrams und einem Rabatt-Coupon für ein Kino in der Stadt. Stattdessen haben wir uns in die völlig zugebaute Düsseldorfer Innenstadt ins Kino gewagt, um den Film zu sehen. An sich ja cool, während der FedCon Star Trek im Kino zu schauen. Ich persönlich war aber erwartungsgemäß enttäuscht, siehe meine Review.

HotellobbyUnterm Strich war die 22. FedCon durchaus gelungen, denke ich, auch wenn sie ohne das ganz große Highlight blieb. Viele kleine witzige Szenen bleiben aber in Erinnerung (beispielsweise trat Robert O‘Reilly bei der Opening Ceremoy in Lederhosen auf und Anthony Montgomery versuchte auf Deutsch Werbung für ein Comic-Projekt zu machen, was sich aufgrund der Sprachbarriere so lange zog dass sich die ersten Gäste Stühle auf die Bühne holten), der Costume Contest war wie immer sehenswert und man sah auch so viele toll maskierte Fans im Hotel rumlaufen. Mir sind dieses Jahr auch besonders viele kostümierte Kleinkinder aufgefallen – alle anderen Conbesucher werden offenbar auch nicht jünger. *g*

Von der Orga her hatte ich dieses Jahr eigentlich nur das vergleichsweise schlechte Essensangebot zu bemängeln. Das hatte die Jahre zuvor schon wesentlich besser geklappt. Ansonsten lief die Con aus unserer Sicht reibungslos ab, wir haben aber auch wirklich viel ausgelassen dieses Jahr. Fast schon zu den liebgewonnenen Traditionen gehört natürlich das vor Schreibfehlern halbwegs ungenießbare Programmheft. 😉

Werden wir nächstes Jahr wiederkommen? Seit die Con nun vier statt drei Tage dauert, ist das mit mehr Aufwand und auch Kosten verbunden, so dass wir nicht sofort für nächstes Jahr gebucht haben. Dieses Jahr haben wir ja schon auf der Empore oben gesessen, was ganz gut klappt, also werden wir vielleicht einfach wieder kurzfristig entscheiden, ob wir uns auch 2014 diesen Spaß gönnen.

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So, noch mal kurz drüber schauen und dann nichts wie ab damit. Vielen Dank fürs Kommentieren! :-)