Sophia MacDougall: Savage City

Cover Savage CityRezension zu „Savage City“ von Sophia McDougall, ca. 533 Seiten, Gollancz Books London, 2011

Inhalt

Im Jahr 2761 seit Gründung der Stadt Rom beherrscht das römische Reich einen großen Teil der Welt. Geführt wird es von Titus Novius Faustus Augustus – bis es bei den Spielen anlässlich seiner Genesung zu einem Anschlag im Kolosseum kommt. Der Kaiser fällt der Explosion zum Opfer, und seine Neffen Marcus und Drusus werden schwer verletzt. In den folgenden politischen Wirren wird der Anschlag der konkurrierenden Großmacht Nionia angelastet, und alsbald beginnt der lange drohende Krieg zwischen Rom und Nionia. Doch während römische Legionen in Äthiopien, in Terranova und auf den Ozeanen gegen die nionischen Armeen kämpfen, entwickeln beide Großmächte weit bedrohlichere Waffen, welche die Welt für immer verändern könnten…

Bewertung

Dieses Buch ist schwierig zu bewerten, ohne wichtige Elemente der Geschichte massiv zu spoilern. Nicht wundern also, wenn das folgende alles etwas vage formuliert ist. 😉

Das Buch schließt direkt an Band 2 an und beginnt mit einer recht drastischen Wendung. Am Anfang habe ich mich lange Zeit gefragt, ob die Autorin das ernst meint, und dann, wieso sie so etwas tun würde. Die erste Hälfte des Buches dreht sich auch fast ausschließlich um diese Wendung und die anschließende Flucht der Hauptcharaktere. So gut das geschildert ist, zieht sich dieser Teil schnell ein wenig, denn ich hatte das Gefühl, dass ich diesen Charakteren schon genug bei der Flucht in Band 1 und 2 zugeschaut habe. Nichtsdestotrotz schreibt Sophia McDougall spannend und hat alle bekannten Charaktere wieder mit an Bord. Wer die ersten beiden Bände gelesen hat, ist schnell wieder drin in der Geschichte, und man will natürlich wissen, wie es für Sulien, Una, Marcus, Varius, Delir, Lal, Ziye und Noriko weitergeht.

Da alle Charaktere etabliert sind und keiner Einführung bedürfen, bleibt mehr Zeit für die Schilderung der Welt. Der Mix aus Moderne und römischem Reich, das Verlagern in die Gegenwart von etwas, das wir nur aus dem Geschichtsunterricht kennen, hat mich schon bei den ersten beiden Bänden fasziniert. Das Buch bringt dazu eine umfangreiche Timeline sowie mehrere Karten mit. Die Autorin hat es dabei eigentlich auch nicht besonders schwer, diese Welt für uns real erscheinen zu lassen: Im Gegenteil zu SciFi-Romanen, die von fremden Planeten erzählen, oder Fantasy-Geschichten aus ausgedachten Königreichen kennen wir die geschilderte Welt ja – es ist unsere eigene. Wenn Sulien am kaspischen Meer entlang fährt oder eine Legion durch die Mojave-Wüste marschiert (mit Autos und kugelsicheren Schilden), hat man dazu automatisch Bilder im Kopf. Der Twist ist nur, dass diese Orte römische Provinzen sind.

Nachdem der erste Teil des Buches sich sehr stark auf einzelne Charaktere konzentriert hat, gibt es etwa in der Mitte einen Wendepunkt. Eine einzelne Szene, ein einzelner Satz, der den Verlauf der Geschichte ändert und einen auch verstehen lässt, wieso die Autorin ihre Entscheidung vom Anfang getroffen hat. Für mich fasst dieser Satz das Buch rückblickend zusammen, und ohne es zu wissen, könnte ich mir doch vorstellen, dass die Autorin ganz am Anfang diesen einen Satz im Kopf hatte und alles andere darum herum aufgebaut hat. Das ist gewagt, aber es funktioniert in meinen Augen. Dieser Wendepunkt ist einfach als Story-Element sehr mächtig und bindet dieses Buch auch sehr schön an Band 1 an, so dass die Trilogie eine gewisse Geschlossenheit erhält. Die Geschichte nimmt damit auch wieder Fahrt auf und wird spannender, da es nun um mehr als nur das Schicksal einzelner Charaktere geht.

Sophia McDougall schreibt spannend und flüssig. Manchmal übertreibt sie es etwa, legt zu viel Pathos und Emotionalität in eine Szene bzw. reiht zu viele solcher Szenen aneinander. Dem Lesespaß tat das aber für mich keinen Abbruch, auch wenn es hin und wieder ein wenig auffällt. Ich weiß im übrigen nicht, ob eine deutsche Übersetzung existiert und wie lesbar sie im Fall des Falles ist.

Fazit

Gelungener Abschluss einer spannenden Trilogie. Die geschilderte Welt ist spannend, aber auch die Charaktere fesseln. Wer Band 1 und Band 2 gelesen hat, sollte auch „Savage City“ lesen. Ohne die Vorgeschichte macht die Lektüre dieses Romans aber vermutlich eher wenig Sinn, da das Fundament des Buches doch sehr stark aus den Charakteren und ihren Geschichten und Konflikten besteht.

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So, noch mal kurz drüber schauen und dann nichts wie ab damit. Vielen Dank fürs Kommentieren! :-)