Connie Willis: Die Jahre des Schwarzen Todes

Cover Die Jahres des Schwarzen TodesRezension zu „Die Jahre des Schwarzen Todes“ von Connie Willis, Originaltitel: „Doomsday Book“, Ersterscheinung: 1992 (USA)

Deutsche Ausgabe: „Die Jahre des Schwarzen Todes“, 1993, Wilhelm Heyne Verlag München, 831 Seiten

Inhalt

Das Buch beginnt im Jahre 2058. An der Universität Oxford wird mit Zeitreisen experimentiert und die junge Studentin Kivrin lässt sich ins Jahr 1320 zurückversetzen. Während Kivrin die nächste Zeit auf einem mittelalterlichen Gutshof verbringt, bricht in der Zukunft eine Grippe-Epidemie aus. Der einzige Techniker im Quarantänegebiet erkrankt, und so findet Kivrins Mentor, Mr. Dunworthy, die Wahrheit viel zu spät heraus: Etwas ist schief gegangen und Kivrin ist 1348 angekommen – dem Jahr, in dem die Pest über England hereinbrach. Und so muss Kivrin, abgeschnitten von ihrer eigenen Zeit, verzweifelt den Ausbruch der Seuche miterleben…

„Und damit nicht Geschehnisse, die erinnert sein sollen, mit der Zeit untergehen und aus dem Gedächtnis derer verschwinden, die nach uns kommen sollen, habe ich, der so viele Übel gesehen hat, und die Welt gleichsam in den Klauen des Bösen, so dass ich wie unter den Toten bin, während ich auf den Tod warte, all die Dinge, deren Zeuge ich geworden bin, schriftlich niedergelegt.“ – Bruder John Clyn, 1349

Bewertung

Potentielle Leser sollten sich nicht davon abschrecken lassen, dass „Die Jahres des Schwarzen Todes“ als Science Fiction deklariert ist oder dass es mit 830 Seiten einen recht stolzen Umfang hat. Eigentlich ist es eher ein historischer Roman, das Buch erklärt nicht, wie die Zeitreise funktioniert, und reitet auch sonst nicht auf technischen Details herum. Worum es in diesem Buch geht, sind die Charaktere. Mr. Dunworthy, Colin, Badri und Mary in der Zukunft. Sie wissen, dass etwas nicht stimmt, doch in dem ausbrechenden Chaos der Epidemie können sie nichts tun, um Kivrin zurückzuholen. Und auf der anderen Seite Kivrin und all die Menschen, die sie in der Vergangenheit kennenlernt. Pater Roche, Gawyn, Eliwys, die kleine Agnes, genau wie Kivrin wachsen diese differenziert geschilderten Charaktere dem Leser ans Herz.

Außerdem bekommt man als Leser einen guten Eindruck, wie das Leben im Mittelalter gewesen sein könnte. Connie Willis schildert die Verzweiflung, die sich der Menschen bemächtigt, angesichts dessen, was ihnen wie der Weltuntergang vorkommt, aber auch den Mut, mit dem sie versuchen, den Kranken zu helfen. Es ist einfach eine wunderschöne, realistisch geschilderte und doch so traurige Geschichte. Und vor allem ist dieses Buch spannend. Wenn man erst mal die ersten hundert Seiten durch hat, wird man es kaum mehr aus der Hand legen können.

Leider ist dieses Buch im Handel nicht mehr erhältlich, und man kriegt es nur sehr selten mal gebraucht. Wer es also sieht, zugreifen!

Connie Willis erhielt für diesen Roman sowohl den Nebula Award (1992) als auch den Hugo Award (1993).

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So, noch mal kurz drüber schauen und dann nichts wie ab damit. Vielen Dank fürs Kommentieren! :-)