Der Geruch von Büchern

Ich lese gerade Kai Meyers „Die Seiten der Welt“, und schon auf der allerersten Seite fasst der Autor perfekt zusammen, was Bücher für mich bedeuten:

„Neue Bücher rochen nach Druckerschwärze, nach Leim, nach Erwartungen. Alte Bücher dufteten nach Abenteuern, ihren eigenen und jenen, von denen sie erzählten. Und gute Bücher verströmten ein Aroma, in dem das alles steckte, und dazu noch ein Hauch von Magie.“

Und deswegen sieht das Regal neben meinem Bett auch so aus:

Bücherstapel

Und nicht so:

eBook-Reader

Vielleicht liegt es daran, dass meine Mutter früher in der Kinderbibliothek gearbeitet hat. Ich würde nicht direkt sagen, dass ich dort aufgewachsen bin, aber diese zwei Räume voller Bücher und Kassetten haben schon irgendwie uns gehört. Neuanschaffungen kamen zuerst zu uns, und irgendwann hatte ich tatsächlich das Gefühl, die Bibliothek ausgelesen zu haben.

In diesem Sinne: Mag jemand einen quasi unbenutzten eBook-Reader haben? Ich sehe nicht, dass der in absehbarer Zeit bei uns tatsächlich mal zum Lesen von eBooks zum Einsatz kommt.

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4 Gedanken zu „Der Geruch von Büchern

  1. Huhu!

    Ich stimme Dir zu. Dennoch habe ich ein-zwei Ebook-Reader hier liegen. Da ich nämlich so gut wie keinen Platz mehr daheim in meinen Regalen habe und mich von Büchern einfach nicht trennen kann, weiche ich bei ganz dicken und schweren Exemplaren auf Ebooks aus. Auch für meine digitale Bibliothek ist der Reader perfekt (bzw. da passt meine berufliche Bibliothek schon nicht mehr rein). Besonders schön finde ich die Markierfunktion: Man kann Wörter und Sätze markieren und sich diese inkl. Seitenangabe in ein Word-Dokument exportieren lassen. Perfekt für Fußnoten und Nachweise.
    Letztens ist mir aber was Unglaubliches passiert, was keiner, der nicht bibliophil ist, versteht (und auch einige Vielleser verstehen es nicht): Ich liebe ja den Geruch von Büchern. Alten und Neuen. Das erste, was ich bei einem Buch, das in meinen Besitz kommt, mache, ist: Durchblättern und den Geruch aufsaugen. Da stand ich dann vor ein paar Wochen im Buchladen und hielt ein Buch mit interessantem Cover und Titel in der Hand (es sollte in dem Buch um Bücher gehen, mehr weiß ich nicht mehr). Aber irgendwas stimmte nicht. Die Seiten waren dünn, aber stabil, merkwürdiges Papier. Das war zwar ungewöhnlich, aber nicht schlecht. Und dann fiel es mir auf: Es roch nicht! Es roch wirklich so gar nicht. Jedes andere Buch hat einen Geruch, aber hier roch gar nichts. Und ich war nicht erkältet! Unglaublich! Ich war total perplex. Und da sagte ich mir, daß ich dieses Buch definitiv nicht als Hardcover daheim brauche, da kann ich ja direkt ein Ebook lesen. Würde keinen Unterschied machen. Sehr, sehr merkwürdig.
    Jedenfalls: Für manche Zwecke sind die Reader prima (auch bei ganz dicken und schweren Büchern, die man im Bett liest, oder wenn man ein bißchen Lektüre mitnehmen will, wenn es ins Ausland geht: Koffern können sonst ganz schön schwer werden). Aber ein ordentliches Buch muß nach Buch riechen.

    LG,
    Kaineus.

  2. Hallo,

    ich musste sehr schmunzeln, als ich den Artikel vor einiger Zeit las, und nahm mir vor, gleich zu kommentieren, aber wie das dann so ist, ist die Zeit schneller als man selbst. 🙂

    Wenn es eine Welt für Menschen wie mich gibt, die weder gut sehen noch gut hören können, dann ist es wohl die Welt der Bücher, auch wenn ich in letzter Zeit weniger dazu komme, meine Stapel mal abzuarbeiten. 🙂

    Ich gebe Kaineus recht: Bücher haben einen ganz eigenen, unverwechselbaren Geruch und auch wenn ich gerne E-Books lese und auch einen alten Sony Reader PRS-505 besitze, so würde ich meine Büchersammlung nie aufgeben wollen. Aber nun ist ist mein Platz erschöpft und der nächste Umzug wird mich in eine noch kleinere Wohnung führen. Also bleibt mir nichts anderes übrig, als auf E-Book-Reader umzusteigen. Sie haben natürlich den großen Vorteil, dass ich die Schriftgröße beliebig verändern kann und lese ich mit einer App auf dem Tablet, dann sogar den Hintergrund und die Schriftfarbe. Und obwohl dies das Lesen für mich ungemein erleichtert, nehme ich doch immer wieder ein Buch aus duftendem Papier in die Hand. 🙂 Es hat also, zumindest für mich, beides seine Daseinsberechtigung, und wenn ich dann noch darüber nachdenke, dass ich ja noch die ganze Perry-Rhodan-Serie lesen wollte … 😀

    Und nicht zuletzt: wenn man oft lange Zug-oder Busfahrten vor sich hat, nehmen E-Book.Reader halt einfach weniger Platz im Rucksack weg. 🙂

    Also Johannes, wenn dein Reader ein paar Jahre neuer ist als meiner, würde ich ihn dir gerne abnehmen, wenn sich noch niemand gefunden hat. 😀

    Liebe Grüße
    Jenny

  3. @Jenny: Gib dennoch Deinen Sony nicht auf! Die Serie gehört m.E. zu den besten Readern, die ich je hatte (und noch habe und nutze). Da konnten Tolino, Kobo, Kindle und Co. bisher nicht heranreichen.

    LG,
    Kaineus.

  4. @Kaineus: Vielen Dank für den Tipp! Das überrascht mich nun wirklich. 🙂 Es scheint, als hätte ich dann tatsächlich öfter mal Glück gehabt. Ein ähnliches Phänomen hab ich nämlich bei meinem ersten Eee-PC gehabt, der hat fast 10 Jahre gehalten und ich hätte ihn für kein Geld hergegeben. Aber Nachfolgemodelle, die in meinem Bekanntenkreis so auftauchten, waren innerhalb von 2-3 Jahren kaputt.

    Ich werde also deinem Rat folgen und den Sony in jedem Fall aufheben, solange er sich noch aufladen lässt. 🙂 Einen neueren Reader hab ich bisher noch nie in der Hand gehabt, von daher kann ich selbst die Qualität neuerer Reader nicht beurteilen. 🙂

    Liebe Grüße

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So, noch mal kurz drüber schauen und dann nichts wie ab damit. Vielen Dank fürs Kommentieren! :-)