Was mich an meinem Handy stört

Ich bin mit meinem jetzigen Android-Handy (einem Samsung Galaxy S4 Mini) nicht mehr so unzufrieden wie mit dessen Vorgänger. Doch so richtig die große Liebe ist es auch nicht, obwohl es mittlerweile als MP3-Player und Wecker einen unverzichtbaren Platz in meinem Alltag einnimmt. Letztes Mal habe ich ja in den sauren Apfel gebissen und trotz meines Ärgers Samsung erneut mein Geld gegeben, mangels Alternativen. Aber das muss ja vielleicht nicht sein, schließlich sollten Hersteller von minderwertigen Produkten dafür nicht auch noch mit dem nächsten Kauf belohnt werden. Deswegen habe ich mal versucht aufzuschreiben, was mich an meinem aktuellen Smartphone eigentlich stört.

Also, was mich an meinem aktuellen Android-Handy stört:

  • Android entwickelt sich weiter – aber nicht für mich. Mein Handy ist etwa vier Jahre alt, hat aber seit längerem keine Updates mehr bekommen. Ein Update auf Android 5 ist vom Hersteller nicht vorgesehen. Das ist Standard bei allen namhaften Herstellern. Natürlich ist irgendwo von der Leistungsfähigkeit der Geräte her ein Ende erreicht, wo ein Update einfach keinen Sinn mehr macht. Aber es kann ja wohl nicht sein, dass man dann einfach gar nicht erst Updates anbietet und Geräte noch innerhalb der Garantiezeit veraltet sind. Mein S4 Mini bekam jedenfalls genau einmal ein OS-Update, von 4.4.1 auf 4.4.2. Alle seitdem entdeckten Sicherheitslücken klaffen auf meinem Gerät noch weit offen.
  • Ich bin als Nutzer von Systemfunktionen ausgesperrt. Selbstverständlich sollte man im Alltag mit eingeschränkten Rechten arbeiten. Aber genauso selbstverständlich sollte man die Möglichkeit haben, Programmen über ein Passwort erweiterte Rechte einzuräumen. Bei Android heißt das „rooten“ und ist unglaublich schwierig. Also „unglaublich“ im Sinne von „es ist kaum zu glauben, dass man einem zahlenden Kunden solche Aktionen zumutet“. Genauso unglaublich finde ich es aber, dass ich solche Aktionen auch nur in Betracht ziehen muss, um so simple Dinge wie ein Backup meiner Daten hinzubekommen. Auf dem PC käme niemand auf die Idee, von beliebigen Webseiten exe-Dateien herunterzuladen und auszuführen, nur um Adminrechte zu erlangen.
  • Das Handy ist vollgestopft mit vorinstallierten Apps, die ich nicht löschen darf. Ich nutze sie nicht, sie blockieren Speicherplatz und nerven mit Fragen nach Updates, die mich nicht interessieren, weil ich die Apps ja gar nicht nutzen möchte. Das wäre ok bei einem Gerät, dass man für 20 Euro erworben hat. Beim Preis eines Samsung-Smartphones finde ich das dagegen eine Frechheit!
  • Von iPhone-Kollegen höre ich immer wieder, wie einfach ein komplettes Backup alle Daten in der Cloud ist. Wenn mein eigenes Handy tatsächlich mal wegkäme, wäre das nur deswegen kein großer Verlust, weil sich keine nennenswerten Daten darauf befinden. Trotzdem wäre es schön, das Adressbuch und die Fotos irgendwo gesichert zu haben. Also nicht „irgendwo“, sondern verschlüsselt auf einem sicheren Server. Man kann natürlich alle Daten Google schenken. Vermutlich geht das, wenn auch nicht so komfortabel wie beim iPhone. Will ich aber nicht. Das Dumme ist: Es gibt keine gangbare Alternative dazu. Man kann sich natürlich auf seinem eigenen Server eine ownCloud-Instanz einrichten. Aber dann muss das Handy wiederum gerootet sein und man muss x Prozesse manuell einrichten.

Auf den ersten Blick wäre dann das iPhone die logische Alternative. Teuer, aber wenn es Ärger und Zeit spart ist es das ja vielleicht wert. Dagegen spricht für mich:

  • Ich will nicht alle meine Daten Apple anvertrauen. Zur ICloud gibt es nicht wirklich eine Alternative, oder?!
  • Haben iPhones einen USB-Anschluss? Generell nervt es, dass Apple sich für alles eigene Formate und Anschlüsse ausdenkt, damit möglichst nichts anderes damit kompatibel ist.
  • Root-Rechte kriegt man hier auch nur, wenn man mit Tricks das Handy „jailbreakt“.
  • Das iPhone bietet keinen SD-Karten-Slot. Den gleichen Speicher fest verbaut zu kaufen ist sehr viel teurer, zumal SD-Karten rapide billiger werden. Ich kann mir nach zwei Jahren eine doppelt so große SD-Karte kaufen, aber ich kann den internen Speicher nicht mehr austauschen. Und ich will nun mal meine Musik-Sammlugng dabei haben, da reichen 8 GB nicht aus.

Mein ideales Handy sähe also so aus:

  • Betriebssystem-Updates ohne durch irgendwelche brennenden Reifen springen zu müssen
  • einfacher Zugriff auf Root-Funktionen
  • wechselbarer Akku (aus Prinzip)
  • keine vorinstallierten Apps, die sich nicht deinstallieren lassen
  • einfacher USB-Zugriff, ohne alle Daten durch die Cloud oder über iTunes schleifen zu müssen
  • einfache Backup-Möglichkeit über einen Cloud-Service meiner Wahl
  • Möglichkeit Speicher per SD-Karte zu erweitern

Gibt es so ein Handy überhaupt?

Update: Dieser Text schlummerte seit Juni 2016 als Entwurf hier im Blog. Mittlerweile wurden tatsächlich Geräte angekündigt, welche die meisten dieser Kriterien erfüllen, auch wenn sie natürlich die üblichen Probleme von Android bzgl. Root-Rechten mitbringen. Aber das Moto G5 hat z.B. einen Wechselakku, SD-Kartenslot und angeblich ein relativ unverbasteltes Android, so dass man zumindest hoffen kann, dass Lenovo auch Sicherheitsupdates bereitstellt. Ich habe eine ganze Weile überlegt, ob ich mir das einfach holen soll, lasse das im Moment aber erst mal. Nachdem letztes Jahr die SD-Karte rumgezickt hatte, hatte ich diese ja ausgetauscht, und nun läuft mein S4 eigentlich einwandfrei. Eine Weile kann ich sicher noch damit leben, dass ich mit meinen großen Fingern ständig daneben tippe…

2 Gedanken zu „Was mich an meinem Handy stört

  1. Hi Johannes!

    Zum Backup nutze ich MyPhoneExplorer, so daß ich die Daten recht unkomplziert auf den PC ziehen kann. Vielleicht hast Du die App aber schon entdeckt.

    LG,
    Kaineus.

  2. Ja, das hatte ich mal im Einsatz bis es aus unerfindlichen Gründen einfach keine Verbindung mehr zu meinem S4 herstellen konnte. Nun ziehe ich die nötigsten Sachen mit Samsungs „Smart Switch“-Programm auf den Rechner, und für den Rest gibt es eben kein Backup. Die Fotos kann ich ja auch so sichern. Ob das Einspielen des Adressbuch-Backups klappt, findet ich raus, wenn es mal soweit ist.

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So, noch mal kurz drüber schauen und dann nichts wie ab damit. Vielen Dank fürs Kommentieren! :-)