TV-Serie: Dirk Gently’s Holistic Detective Agency

Dirk Gently„Dirk Gently’s Holistic Detective Agency“ ist eine amerikanische Adapation der Romane von Douglas Adams. Die Serie wurde von Mark Landis für BBC America und Netflix erschaffen. Die erste Staffel mit 8 Episoden wurde 2016 veröffentlicht, die zweite Staffel mit 10 Episoden folgte 2017.

Die Serie

Die Geschichte beginnt mit Todd Brotzmann, einem Hotelangestellten, dessen Leben schon chaotisch ist und gerade noch chaotischer wird. Im Penthouse des Hotels stolpert er in den Tatort eines bestialischen Mordes, findet ein Lottoticket und sieht sich selber mit einem Fremden. Dieser Fremde steigt kurz darauf bei ihm zu Hause ein und stellt sich als Dirk Gently vor. Dirk ist ein „holistischer Detektiv“, der an die grundsätzliche Verflechtung von allem mit allem glaubt und seine Fälle löst, indem er sich einfach zur Lösung treiben lässt. Im Moment hat das Leben ihn mit Todd zusammen gebracht, und Dirk ist fest überzeugt, dass Todd einen wunderbaren Assistenten und vielleicht sogar Freund abgeben würde. Und bevor Todd so richtig versteht, wie ihm geschieht, steckt er mitten drin in einem Fall, auf der Suche nach der verschwundenen Tochter eines geheimnisvollen Millionärs…

Bewertung

Die Geschichten um Dirk Gently sind das zweite große Werk von Douglas Adams, neben seinen Hitchhiker-Romanen. Dirk Gently ist nicht so bekannt, wurde aber vor ein paar Jahren schon von der BBC verfilmt. Die beiden Serien können allerdings gut jeweils für sich stehen, denn die US-Verfilmung ist mehr ein „inspired by“ als eine tatsächliche Verfilmung. In erster Linie haben wir hier einen holistischen Detektiv namens Dirk Gently, der auch einen britischen Akzent hat. Alles andere ist eigentlich neu ausgedacht. Das macht aber gar nichts, denn die Serie baut um dieses Kernkonzept herum auf sehr unterhaltsame und kreative Weise eine neue Geschichte mit neuen Charakteren auf.

Todd, Dirk und RapunzelWieso muss man sich überhaupt etwas völlig Neues ausdenken? Der Unterschied zwischen britischen und amerikanischen Serien liegt ja oft zuallererst in der Expisodenanzahl. Die britische Serie hatte vier 60-minütige Episoden. Die neue Serie dagegen hat bereits in der ersten Staffel 8 Episoden. Die beiden relativ kurzen Gently-Romane von Adams geben für eine so lange Serie einfach nicht genug her. Insofern finde ich es super, dass Mark Landis sich hier eine eigenständige Geschichte ausgedacht hat. Dirk Gently ist hier nicht einfach jemand, der sich die holistische Detektivarbeit ausgesucht hat. Die Serie gibt ihm einen Background rund um eine geheimnisvolle militärische Spezialeinheit namens Blackwing und sie führt schon relativ früh weitere holistische Personen wie Dirk ein, ohne es dabei zu übertreiben. Mittlerweile sind zwei Staffeln gelaufen und am Ende der zweiten Staffel wissen weder wir noch Dirk so genau, wo er herkommt und was seine Kräfte bedeuten. Das alles lässt Raum für weitere Geschichten und macht gleichzeitig Dirk in dieser Serie zu einem viel verletzlicheren Charakter, einem Getriebenen seiner eigenen Fähigkeiten. Ich habe die Bücher lange nicht mehr gelesen, kann mich aber eher an einen überheblichen und alles in allem gut gelaunten Dirk Gently erinnern.

Wie erwähnt lernen wir auch viele neue Charaktere kennen. Die Serie kann man durchaus als Ensemble-Show bezeichnen, und Todd ist als Charakter mindestens so wichtig wie Dirk selbst. Das mag daran liegen, dass er mit Elijah Wood von einem bekannten und erfahrenen Schauspieler gespielt wird, der in der Rolle einfach aufgeht. Die Titelrolle wird vom englischen Schauspielr Samuel Barnett gespielt. Dazu stoßen dann noch Hannah Marks als Toods Schwester Amanda und Jade Eshete als Farah Black. Halbwegs unabhängig ist die Storyline um Bart (Fiona Dourif) und Ken (Mpho Koaho). Zusammen geben sie einen interessanten und dynamischen Cast ab. Als Gastdarsteller haben wir u.a. Aaron Douglas in einer sehr coolen Rolle mit einem witzigen Akzent (ein Grund die Serie im Original zu schauen) und in der zweiten Staffel Alan Tudyk in einer ungewohnt unlustigen Rolle. Gedreht wurde in Vancouver, aber im Unterschied zu vielen anderen Serien von dort fällt das diesmal nicht zu sehr auf. Weder sieht man durchgehend die bekannten Stadtansichten noch spielt die Serie ausschließlich in kanadischen Wäldern. Es soll in Staffel 1 allerdings mal wieder Seattle darstellen.

Staffel 2

Was „Dirk Gently“ nicht ist, ist leichte Kost für eben mal zwischendurch. Insbesondere der Anfang der Serie ist übelst verwirrend. Man braucht wirklich drei Episoden, um ansatzweise zu verstehen, was da eigentlich los ist. Es lohnt sich aber, also nehmt euch für die Serie etwas Zeit, wenn ihr tatsächlich wach seid und mehr als eine Episode am Stück schauen könnt. Die zweite Staffel erzählt eine neue Geschichte, die mir sogar noch besser gefallen hat. Vielleicht lag es daran, dass die Geschichte weniger verwirrend war. Vielleicht sind an diesem Punkt aber auch die Grundlagen der Serie einfach hinreichend eingeführt, dass man sich auf die eigentliche Geschichte konzentrieren kann. Die Storyline um das Land Wendimoor war aber auch einfach toll erzählt: Eine eigentlich lächerliche Geschichte mit soviel Pathos und Fantasie und Ernsthaftigkeit umgesetzt, dass es einfach nur toll anzuschauen ist. Highligts waren die Scherenschwerter und das bunte Zottelwesen, das Gefallen an Dirk findet.

Was man auch anmerken muss ist der teils brachiale Humor. Nicht unter der Gürtellinie, aber blutig. Man lacht schon teils über die absurden Weisen, auf welche Charaktere zu Tode kommen, insbeondere in Barts Storyline. Da wäre vielleicht weniger mehr gewesen. Auf der anderen Seite passt das halt zum Ton der Serie, und es gibt auch noch viel anderes zu lachen. Wie schon in den Büchern und in der britischen Serie steckt viel Komik im Kontrast aus Dirks unbekümmerter, begeisterter Art und Todds Vorsicht und Realismus.

Video: https://www.youtube.com/embed/Ifk2VRAepyw

Gerade gelesen: BBC America hat die Serie nach der zweiten Staffel eingestellt! Allerdings ist das auch erst ein paar Monate her, also mal schauen. Eine entsprechende Petition gibt es natürlich auch schon. Wenn ich auf der Wikipedia-Seite von Serienschöpfer Max Landis den Abschnitt über Vorwürfe verschiedener Schauspielerinnern gegen ihn lese, kann ich mir leier auch vorstellen, dass BBC und Netflix einfach keine Lust haben, damit assoziiert zu werden, und deswegen die Serie eingestellt haben. Aber wie gesagt, vielleicht lässt sich da ja noch was dran machen.

Fazit

„Dirk Gently“ ist nicht wirklich eine Verfilmung der Adams-Romane. Da war die BBC viel näher am Original. Es ist aber eine witzige, verrückte und ungemein unterhaltsame Serie, die trotzdem ihre Charaktere ernst nimmt und eine größere Geschichet zu erzählen versucht. Unbedingt zeit mitbringen, man braucht einige Folgen um reinzukommen. Es lohnt sich aber!

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So, noch mal kurz drüber schauen und dann nichts wie ab damit. Vielen Dank fürs Kommentieren! :-)