TV-Serie: Der Tatortreiniger

Der TatortreinigerDer Tatortreiniger ist eine deutsche Serie von Arne Feldhusen und Mizzi Meyer. Seit 2011 wurden 24 Episoden produziert, die normalerweise im Nachtprogramm des NDR versteckt gesendet werden. Man kann sich die meisten Staffeln aber auch bequem bei Netflix anschauen.

Die Serie

Wenn ein Mord verübt wird oder jemand auf andere Art zu Tode kommt, ist die Arbeit der Polizei irgendwann beendet. Wenn das Absperrband wieder eingerollt wird, bleiben unweigerlich Blutflecke zurück, die der weiteren Nutzung der Räumlichkeiten entgegenstehen. Hier kommt die Firma Lausen ins Spiel, vertreten durch ihren Angestellten Heiko „Schotty“ Schotte. Schotty ist Tatortreiniger (keine Putze!) und trifft bei seiner täglichen Arbeit die unterschiedlichsten Charaktere. Manchmal muss er unverhofft aufgetauchten Hinterbliebenen die schlechte Nachricht überbringen, manchmal die Arbeit der Polizei vollenden. Manchmal trifft er dabei auf alte Freunde, manchmal auf unangenehme Typen und manchmal auch auf die Toten selbst…

Bewertung

Ich schaue wirklich nicht viele deutsche Serien, genau genommen eigentlich gar keine seit vor vielen Jahren „Adelheid und ihre Mörder“ zu Ende ging. Aber der Tatortreiniger ist tatsächlich eine sehr unterhaltsame Serie, die ich deshalb hier auch mal erwähnen möchte. Es ist kein Geheimtipp mehr wie zu Anfang der Serie, als sie bei Stefan Niggemeier empfohlen wurde. Aber wenn die Öffentlich-Rechtlichen schon mal eine gute Serie produzieren, schadet etwas mehr Publicity sicher nicht.

Wenn man hauptsächlich amerikanische Dramaserien schaut, dann ist das Format des „Tatortreinigers“ anfangs sicher ungewohnt. Es ist nämlich keine Krimiserie, wie man meinen könnte, und auch keine klassische Dramaserie. Es gibt keine nennenswerte Charakterentwicklung oder Abhängigkeiten zwischen den Folgen. Ich glaube, nur in ein oder zwei Geschichten klärt Schotty tatsächlich noch etwas an dem Fall auf, ansonsten sind die Akten geschlossen, wenn Schotty ins Spiel kommt. Nein, die Serie schaut einfach diesem nordisch-kauzigen Charakter bei der Arbeit zu und bringt ihn dabei in jeder Episode mit einem anderen Charakter zusammen. Ab und an laufen andere Leute durchs Bild, aber grundsätzlich ist jede der 25-Minuten-Episoden ein Kammerspiel zwischen dem Hauptdarsteller Bjarne Mädel und einem Gastdarsteller. Dieser Gastcharakter und Schotty geraten auf die ein oder andere Weise aneinander. Mal soll Schotty von etwas überzeugt werden, mal will er jemandem helfen, dessen Meinung ändern oder ihm etwas beweisen. Jede Episode ist da im Prinzip anders, spielt neu mit diesem eigentlich ja recht beschränkten Konzept. Die Serie ist keine phantastische Serie, aber sie hat manchmal entsprechende Elemente, wenn Schotty z.B. den Toten, den er gerade wegputzt, sieht und mit ihm spricht. Das wird dann auch nicht irgendwie erklärt, es ist halt so und man kann sich selber seinen Teil dazu denken.

Man sollte meinen, dass das nach einer Weile langweilig wird, aber tatsächlich ist jede Episode wieder frisch und anders. Die Autorin findet einfach immer wieder spannende Szenarien. Dazu trägt auch Bjarne Mädel bei, der den Schotty so herrlich bodenständig und kauzig spielt, natürlich mit Hamburger Dialekt. Zu meinen Lieblingsszenarien gehört der Mord im Veranstaltungshaus einer Neonazi-Truppe und die Folge, in der er seine alte Freundin aus Schulzeiten wiedertrifft. Der Humor der Serie ist dabei nicht brachial, sondern eher subtil. Mehr „Loriot“ als „Adam Sandler“. Neben vielen Gags will die Serie einen auch immer mal wieder zum Nachdenken anregen. Die Inszenierung ist entsprechend ruhig und reduziert, denn es gibt neben der Beschränkung auf nur einen Gastdarsteller auch pro Folge nur eine Location. Vermutlich ist das mal aus Budgetgründen so entstanden, aber es passt sehr gut zu dieser Serie und macht jetzt ihren Stil aus. Das gleiche Konzept würde auf 45 oder 60 Minuten gestreckt und mit viel mehr Schauspielern und Drehorten so nicht mehr funktionieren.

Fazit

„Der Tatortreiniger“ ist keine Serie, die man mit amerikanischen Blockbuster-Serien vergleichen kann. Es ist auch nicht die Art Serie, von der man sich 10 Folgen am Stück reinzieht und am nächsten Tag mit den Kollegen drüber diskutiert. Dessen ungeachtet ist „Der Tatortreiniger“ aber eine gut gemachte und sehr unterhaltsame Serie, die man wunderbar mal zwischendurch oder zum Ausklang des Abends genießen kann. Man muss den trockenen, nordischen Humor und den reduzierten Erzählstil mögen, aber dann kann man damit viel Spaß haben.

Veröffentlicht unter Serien

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte beachte die Kommentarregeln: 1) Kein Spam, und bitte höflich bleiben. 2) Ins Namensfeld gehört ein Name. Gerne ein Pseudonym, aber bitte keine Keywords. 3) Keine kommerziellen Links, außer es hat Bezug zum Beitrag. mehr Details...

So, noch mal kurz drüber schauen und dann nichts wie ab damit. Vielen Dank fürs Kommentieren! :-)