Flüchtlingspanik

Auf dem Bildblog habe ich heute einen wunderbaren Text verlinkt gefunden, den ich hier gerne weiterverlinken möchte:

Frank Stauss: Es ist Zeit

Es ist ein herrlich geschriebener Rant, eine Abrechnung mit der aktuellen Panikmache rund um die Flüchtlingssituation. Man könnte sich den Text gelesen von Gernot Hassknecht vorstellen, andererseits ist er ja wirklich ernst gemeint. Frank Stauss plädiert darin dafür, die aktuelle Situation in den richtigen Proportionen zu betrachten und nicht in Panikmache zu verfallen. Die weiteren Texte in seinem Blog sind übrigens auch lesenswert.

Daher, liebe Politiker: Bitte mal wieder einen Gang zurück schrauben mit den persönlichen Panikattacken. Uns hier draußen im Land geht es im Oktober 2015 nicht anders als im Oktober 2014. Wir leben unser Leben, mit dem Unterschied, dass wir jetzt endlich die zu kleinen Kinderklamotten und die alten Winterjacken losgeworden sind und uns auch noch gut dabei fühlen konnten.

Ich finde es auch langsam albern, dass dauerhaft Weltuntergangsstimmung verbreitet wird, während man davon im Alltag aber gar nichts merkt. Viele Menschen engagieren sich, helfen, spenden. Wenn ich auf der Seite vom DRK Bonn schaue, scheint außer Geld nicht viel konkret zu fehlen, und da spende ich gerne immer mal wieder etwas. Was sicher nötig ist, ist mehr Personal und Geld von Landes- und Bundesebene, und weniger Chaos in der staatlichen Organisation. Nicht alles kann immer von Freiwilligen erledigt werden. Sicher könnte man auch endlich mal an der ein oder anderen gesetzlichen Schraube drehen, damit die Menschen nicht nur untätig verwaltet werden.

Passend dazu auch ein etwas älterer Text von Sascha Lobo: Wie aus Netzhass Gewalt wird und was dagegen hilft Lesenswert weil hier nicht nur analysiert, sondern konkret Gegenmaßnahmen zum braunen Mob im Netz aufgezeigt werden.

Zum Abschluss hier noch eine Live-Aufnahme von „Scotland’s Story“ von den Proclaimers. Das Lied wollte ich hier schon lange mal posten, da es perfekt zu der ganzen Debatte passt. Achtet auf den Text! Es bezieht sich auf Schottland, man könnte es aber problemlos auf Deutschland umdichten.

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2 Gedanken zu “Flüchtlingspanik

  1. Wir merken von der „Flüchtlingsproblematik“ leider nur etwas, weil Legida Montag für Montag hier einen Aufstand macht. 🙁

    Die Texte kannte ich schon. Sind wirklich gut. Nur das Lied kannte ich noch nicht: Sehr schön, besonders der Text!

    Was Spenden betrifft: An Sankt Martin wurde in der Kirche Kollekte gesammelt – nicht für die Flüchtlinge, sondern für die Flüchtlingshelfer! Das fand ich auch mal gut, daß man den Flüchtlingshelfern auch – in welcher Form auch immer – etwas zurückgeben, sich erkenntlich zeigen möchte. In Bonn gibt es so etwas Ähnliches auch, wie ich gesehen habe: http://www1.wdr.de/studio/koeln/nrwinfos/nachrichten/studios148206.html

    LG,
    Kaineus.

  2. Ich würde Leipzig auch gerne mal wieder mit was anderem im Fernsehen sehen als rechten und linken Krawallen. Wenn ich entsprechende Szenen aus dem Rest von Sachsen sehe, möchte ich gerne glauben, dass Leipzig da besser und weltoffener ist. Da tun dann Nachrichten wie die von vor ein paar Tagen echt weh. Nicht dass wir in Bonn nicht auch genug Wirrköpfe hätten, verschiedenster Prägung. Das eskaliert zum Glück nicht so oft.

    Die Aktion „Hilfe für Helfer“ finde ich auch sehr gut. Damit bewirkt man denke ich auch ganz konkret etwas für die Flüchtlinge, denn es sieht ja leider so aus, dass die staatlichen Stellen allein mit der Situation nicht klarkommen. Jeder freiwillige Helfer, der nicht entmutigt aufgibt, ist da viel wert.

    Die Bürgerstiftung Bonn ist aber auch generell eine Klasse Einrichtung, die viele gute Projekte hier in der Stadt fördert bzw. überhaupt erst möglich macht. Hier der Link zur Projektseite: http://www.buergerstiftung-bonn.de/projekte/hilfe-fuer-helfer/

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So, noch mal kurz drüber schauen und dann nichts wie ab damit. Vielen Dank fürs Kommentieren! :-)