There probably is no god

BuswerbungHier in UK gibt es öfters mal christliche Werbung auf Bussen zu sehen. Ich komme ja nicht so oft raus, aber Diana hat das in Cardiff wohl auch schon gesehen. Im Sommer merkte die Guardian-Journalistin Ariane Sherine in einem Blog-Eintrag an, wie sehr sie das nervt:

Now, if I wanted to run a bus ad saying „Beware – there is a giant lion from London Zoo on the loose!“ or „The ‚bits‘ in orange juice aren’t orange but plastic – don’t drink them or you‘ll die!“ I think I might be asked to show my working and back up my claims. But apparently you don’t need evidence to run an ad suggesting we‘ll all face the ire of the son of man when he comes, then link to a website advocating endless pain for atheists.

Und sie schlug vor, dass die Atheisten des Landes doch mal zusammenlegen und eine eigene Kampagne finanzieren sollten. Die Idee fand Anklang und schließlich begann die British Humanist Association im Oktober, Spenden dafür zu sammeln. Der bekannte Religionskritiker Richard Dawkins erklärte sich bereit, alle Spenden bis zu einer Höhe von 5.500 Pfund zu verdoppeln. Mit diesen 11.000 Pfund wollte man Werbefläche auf 30 Londoner Bussen für vier Wochen mieten und mit diesem Spruch versehen:

There’s probably no god. Now stop worrying and enjoy your life.

Nun sind 5.500 Pfund ja nicht gerade wenig Geld, vor allem wo Großbritannien mit der Wirtschaftskrise zu kämpfen hat. Aber wenn man auf der Spendenseite schaut, sieht man Erstaunliches: Die 5.500 Pfund sind schon am ersten Tag zusammen gekommen, was die Leute aber nicht davon abgehalten hat, weiter zu spenden. Nach zwei Tagen war der Spendenstand bei 83.000 Pfund, und im Moment sind wir bei 114.297 Pfund angekommen. Dazu kommen noch Richard Dawkins‘ 5.500 Pfund. Und wenn ich die Kommentare auf der Spendenseite richtig gezählt habe, ist diese Summe aus über 82.000 Einzelspenden entstanden!

Ich finde das schon interessant, dass so etwas tatsächlich so viele Menschen bewegt, wo man doch sagen könnte, das bringt ja niemandem was und man könnte Geld für Sinnvolleres spenden. Aber ich kann das durchaus nachvollziehen: Ich finde sowohl den Spruch klasse als auch die Idee, den verschiedenen religiösen Fundamentalisten mal etwas entgegenzusetzen in der öffentlichen Wahrnehmung.

Die Initiatoren der Kampagne waren von diesem Erfolg gehörig überrascht, werden die Werbung demnächst aber wohl landesweit buchen. Ab Januar heißt es also, auf den Cardiffer Bussen nach dem Spruch Ausschau zu halten… :-)

6 Gedanken zu “There probably is no god

  1. Hi JR!

    Was für weise Worte! Endlich mal Leute, die das Leben von der heiteren Seite sehen und es genießen, statt sich in Rituale zu zwängen und ständig Angst zu haben, etwas falsch zu machen respektive zu sündigen.

    Gruß,
    Kaineus.

  2. Hallo!

    Ich hab hier in Cardiff mindestens drei verscheidene christliche „Organisationen“ werben sehen auf Bussen. Seit ich von der Kampagne weiss, muss ich immer lachen wenn ich die sehe. Zumindest in sofern war die Sache schonmal erfolgreich. Ich warte jetzt natuerlich schon ganz ungeduldig auf DIE Werbung und werde euch natuerlich von Sichtungen berichten :-)

    Diana

  3. Habt ihr mittlerweile den Spruch gesichtet? Ich habe gerade einen – ziemlich dämlichen – FAZ-Artikel gelesen, in dem u.a. erwähnt wird, dass diese Idee jetzt schon in mehreren Ländern realisiert wird.

  4. Leider nein, Cardiff gehört nicht zu den Städten, wo das auf die Busse gekommen ist, eventuell weil sich die Bus-Company quer gestellt hat (weiß ich gerade nicht genau, würde ich aber vermuten, da sich Cardiff ansonsten sicher eher anbieten würde als z.B. Newport und andere Kleinstädte). Als wir letztens in London waren, habe ich ständig Ausschau gehalten, aber leider ebenfalls keinen der Busse gesehen. Nur Hustenbonbons und aktuelle Kinofilme fuhren rum. ;-)

    Und ja, die Aktion hat viele Ableger bekommen. Ich glaube, die Amis hatten die Idee schon in die Tat umgesetzt, ehe die UK-Kampagne fertig war, und es gibt auch einen deutschen Ableger: http://www.atheistbus.org.uk/a-quick-international-round-up/

  5. So wie es aussieht, stellen sich in DE derzeit alle angesprochenen Verkehrsbetriebe quer – mit abstrusesten Begründungen. Die ganze Aktion schaukelt sich in den Medien wohl gerade immer mehr auf und wird zum reinsten Politikum :-/.

  6. Das ist traurig, aber ich stimme den Machern der Kampagne schon zu: Das zeigt zumindest, wie nötig diese Aktion ist! In der Zeiten der Wirtschaftskrise wird man mit bisher gesammelten fast 30.000 Euro ja wohl eine prominente Werbefläche finden, sollte man meinen. Bestenfalls zwingt das die Verkehrsbetriebe in Zukunft auch religiöse Werbung nicht zuzulassen. ;-)

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So, noch mal kurz drüber schauen und dann nichts wie ab damit. Vielen Dank fürs Kommentieren! :-)