Fortsetzung meiner Erinnerungen zu meiner Autogrammsammlung, siehe auch Teil 1
Gerade weil ich die Personalisierung der Autogramme mag, benutze ich normalerweise einzelne Fotos der Stars und keine Gruppenbilder. So cool ja ein Motiv eines ganzen Serien-Casts mit Unterschriften ist – wenn man nicht gerade ein Poster benutzt, hat jeder nur sehr wenig Platz zum Schreiben. Was aber geht sind Pärchen-Bilder. Das mache ich ab und an, vor allem wenn beide auf der gleichen Con sind. Michael Dorn und Terry Farrell haben mir 2010 ihr Hochzeitsbild unterschrieben. Nicht personalisiert, aber trotzdem ein sehr schönes Foto. Genauso das Bild von Claudia Black und Ben Browder aus Farscape. Manchmal klappt das auch mit zeitlichem Abstand. So hat Kai Owen z.B. 2008 in UK die linke Hälfte des Torchwood-Bildes signiert und Eve Myles 2013 die rechte.
Man kann natürlich auch Pech haben, und von der Serie wird niemand mehr eingeladen. Seit einigen Jahren ist die FedCon keine reine Star-Trek-Convention mehr, sondern hat oft einen anderen Schwerpunkt, 2008 bis 2010 etwa „Battlestar Galactica“. Wen man dann nicht mitnimmt, kriegt man danach vielleicht nicht mehr. 2008 kannte ich z.B. Galactica noch nicht und musste bis 2025 warten, bis Jamie Bamber mal wieder da war! Grace Park war später wieder da, wollte aber so viel Geld, dass ich schweren Herzens drauf verzichtet habe, die zweite Hälfte des Bildes mit Tamoh Penikett signieren zu lassen. Und nachdem Colin Ferguson aus „Eureka“ 2013 da war, kam von der Serie niemand mehr und das Foto wartet wohl vergeblich auf die Unterschrift von Salli Richardson. Wobei Colin Ferguson, ähnlich wie Ben Browder, mir als äußerst sympathisch in Erinnerung geblieben ist. 2017 hatte ich ja schon mal etwas dazu geschrieben, was es für einen Unterschied macht, ob der Schauspieler einem die Hand schüttelt und ein paar Worte wechselt oder ohne aufzuschauen oder gar quatschend mit seinem Kollegen am Nebentisch seinen Kringel aufs Bild setzt. Die Erinnerung an Jenna Coleman, Wil Wheaton oder Matt Smith gehört leider auch zu diesem Autogrammordner. Nach Matt Smith hatte ich wochenlang Fußschmerzen vom langen Anstehen! Irgendwo da hat der körperliche Verfall wohl so langsam eingesetzt…
Was es übrigens auch noch gibt sind tolle Con-Erinnerungen, die man beim Durchblättern der Autogramme leicht übersieht. Von Ray Park habe ich mir z.B. 2003 kein Autogramm geholt. Ich war ja nicht so der „Star Wars“-Fan, aber sein Con-Auftritt war genial.
Mittlerweile haben wir 2014 und wir waren auf unserer ersten RingCon. Und der letzten, ehe sie dann als MagicCon wieder auferstand. Ich glaube, wir hatten damals als frisch zugezogene Bonner nur mal Lust auf eine Con in Bonn, denn die FedCon war ja pünktlich mit unserem Zuzug nach Bonn nach Düsseldorf gewechselt. Aus diesem Jahr stammen viele coole „Game of Thrones“-Autogramme. Vor allem Gemma Whelan und James Cosmo sind mir in Erinnerung geblieben. Trotz seiner kleinen Rolle im Original-Highlander-Film von 1986 habe ich James Cosmo auf einem GoT-Motiv unterschreiben lassen. Die Zeit, alte Screenshots aus „Highlander“ auszudrucken, hatte ich mit Kind da irgendwie nicht mehr. 🙂

2015 fängt ein neues Sub-Genre im Autogramm-Ordner an: Hauptdarsteller von „Doctor Who“. Colin Baker und Paul McGann haben mittlerweile unterschrieben, genau wie Matt Smith und Christopher Eccleston. Und gerade Ende November habe ich noch Peter Davison und Sylvester McCoy hinzugefügt.
Die Fotoauswahl wird übrigens zusehends schwieriger. Soweit ich mich erinnere, gab es früher einfach mehr Stände auf der Con, die Fotos verkauft haben. Heutzutage machen sehr viele Leute selbst ein Foto mit den Gästen und lassen das signieren. Insofern hat man oft nur zwei Stände mit Bildern zur Auswahl, und manchmal ist einfach gar nichts passendes dabei. Das liegt aber auch daran, dass ich die Bilder ja in einem Ordner ablege und deswegen immer Hochkant-Bilder bevorzuge. Manchmal greife ich dann auch zu schönen Bildern aus Serien, die ich nie gesehen habe. Der großartige Colm Meaney hat mir z.B. 2017 ein Bild aus der mir unbekannten Westernserie „Hell on Wheels“ signiert. So sehr ich seine Rolle als O‘Brien mochte, aber es gab wohl keine brauchbaren Bilder von ihm.
2018 hat noch ein Highlight: Nach dem Debakel mit Matt Smith bin ich sehr vorsichtig geworden mit Schauspielern, die nur einen Tag da sind und deswegen in einem separaten Raum unterschreiben. Das wollte ich nicht wiederholen. Bei Jason Isaacs kamen wir zufällig kurz vor Ende der Autogrammstunde vorbei und die Schlange war überschaubar. Also hat sich einer von uns angestellt und der andere hat schnell den Gutschein und ein Foto geholt. Ich war der fünftletzte in der Schlange an dem Tag, und trotzdem hat sich Jason Isaacs nach all den bereits signierten Bildern ein paar Momente Zeit genommen, total zuvorkommend. Wegen des spontanen Entschlusses ist es dann auch kein Highlander-Motiv geworden und auch keines aus „Discovery“ oder „Harry Potter“, sondern ein schönes Bild, das aus der kurzlebigen Serie „Awake“ stammen könnte.
Ähnlich zuvorkommend war übrigens Anthony Daniels 2019, der als „Star Wars“-Hauptdarsteller natürlich eine lange Schlange hatte. Das Anstehen war anstrengend und es ging nur langsam vorwärts, aber eben weil er sich für jeden ein paar Momente Zeit genommen hat. Ebenfalls ein echter britischer Gentleman, und das Foto ist dann auch eine tolle Erinnerung daran.
In die gleiche Kategorie passt George Takei, der 2023 unterschrieben hat. Manche Leute sind einfach so ikonisch, dass es keine Frage ist, ob ich das Autogramm hole, auch wenn es teuer ist. Zumal es beim Cast der originalen Star-Trek-Serie langsam absehbar ist, dass es dafür nicht mehr viele Gelegenheiten gibt. Nichelle Nichols und Walter Koenig habe ich damals wegen des Preises und der Schlangen nicht mitgenommen, aber bei George Takei musste ich zuschlagen.
2024 war der halbe Cast von „The Orville“ auf der FedCon und 2025 gab es die MagicCon mit vielen Darstellern aus „Grimm“. Die waren auch alle ohne Ausnahme super nett und zuvorkommend.
Und damit sind einmal durch den Ordner durch. Genau 150 Autogramme, wobei ich noch die signierten Bücher zählen und eintragen müsste. Wow! Ich muss mich ganz stark beherrschen, nicht auszurechnen, was der Spaß gekostet haben könnte. 🙂
Wenn es sich anbietet, lasse ich übrigens tatsächlich auch gerne Bücher signieren. Das kann man natürlich nicht so einfach durchblättern wie den Autogramm-Ordner. Insofern musste ich jetzt erst mal überlegen, in welchen Büchern denn Signaturen schlummern könnten. Zum WeltCon 2011 habe ich meine Jesus-Video-Ausgabe mitgeschleppt, damit Andreas Eschbach sie signieren konnte, und von Richard Morgan habe ich über seine Webseite eine signierte Ausgabe von „Woken Furies“ bestellt, als er einen Lagerverkauf veranstaltet hat.

Das schönste signierte Buch ist sicher der großformatige Bildband „Die Kunst von Dan Curry“, in dem er mir dieses Jahr sein Foto mit dem Bath‘leth unterschrieben hat. Aber ihr könnt lachen, mein liebstes signiertes Buch ist mein kleiner Band mit den gesammelten Kolumnen von Oliver Kalkofe aus der TV Spielfilm, in den er mir 2006 „für den alten Johannes“ schrieb. 🙂