Ich sammele seit 2001 Autogramme, und nun ist es endlich soweit, dass ich mir eine alphabetische Liste anlegen muss. Anders lässt sich nicht mehr sinnvoll sagen, ob ich von einem bestimmten Schauspieler schon ein Autogramm habe oder nicht. Ich habe nämlich damals angefangen, die Autogramme chronologisch nach Erhalt abzuheften. Und bei Schauspielern wie aus dem Cast der Star-Trek-Serien, die alle seit 30 Jahren immer wieder zur FedCon kommen, muss ich sonst vor der Con den ganzen dicken Ordner durchblättern. 🙂
Wo ich nun gerade alle Autogramme einmal durchgehe, ist das aber auch eine gute Gelegenheit, auf ein paar Highlights zurückzublicken. Ganz am Anfang brachte mir meine Liebste 2001 zwei Autogramme von der Nexus-Con mit, von den Synchronsprechern Ernst Meincke und Gertie Honneck (Picards zweite Stimme und Janeway). Ein paar Perry-Rhodan-Autoren habe ich in Leipzig getroffen, und dann kam 2003 auch schon mein erster Besuch der FedCon. Ich erinnere mich kaum noch daran, aber waren einige Autogramme anfangs im Wochenend-Ticket inclusive? Da hat man das gerne noch mitgenommen, dafür waren die Schlangen lang und personalisiert wurde eher nicht. Andere Schauspieler haben oben im Lichthof gesessen und gegen Geld unterschrieben.
So oder so hängen an dieser ersten FedCon XI viele gute Erinnerungen. Marina Sirtis war eine Force of Nature, was man nur ausgehend von ihrer Rolle als Deanna Troi nicht erwartet hätte. Auch an Anthony Stewart Head und Nana Visitor habe ich gute Erinnerungen.
Auch auf der FedCon XI fing ich an, speziell Autogramme von allen zu holen, die mal bei „Highlander“ mitgespielt hatten. Tracy Scoggins machte den Anfang. Das ist auch die einzige Serie, wo ich mich mal dran probiert habe, Autogramme per Post anzufordern. Auf diese Weise landeten Signaturen der deutschen Schauspieler Christoph M. Ohrt und Julia Stemberger in meiner Sammlung. Und der ein oder andere Schauspieler war eigentlich aus anderen Serien viel bekannter, musste mir aber trotzdem einen ausgedruckten Screenshot aus „Highlander“ signieren. So gern ich Martok hatte, J.G. Hertzler habe ich auf einem Bild aus seinem Highlander-Gastauftritt unterschreiben lassen, genau wie Claudia Christian kein Babylon-5-Motiv bekam. Sie war da tatsächlich sehr überrascht, die eine Episode war da ja auch schon wieder einige Jahre her! 🙂
Anfangs habe ich auf jeder Con nur wenige Autogramme mitgenommen, wenn ich bestimmte Schauspieler wirklich mochte und sie nicht teuer waren. Da musste es zum Signieren auch gerne das ganzseitige Foto aus dem kleinen Con-Heft tun, als Student bzw. Berufsanfänger saß das ganz große Geld für einen Conbesuch noch nicht so locker, zumal damals ja noch Anreise und Übernachtung dazu kamen. Aber auch diese Autogramme sind schöne Erinnerungen, wie das von Clare Kramer (aus „Buffy“) 2005. Auch Andrew Robinson hat 2005 auf einem eher unscheinbaren Garak-Foto unterschrieben. Sein Auftritt bleibt mir in Erinnerung, weil er so aus tiefstem Herzen über seine Abscheu über die Politik von George W. Bush gesprochen hat. Politische Themen vermeidet man auf der Con ja am besten, aber bei Andrew Robinson musste es damals einfach raus. Ich denke ab und an daran und was er wohl zu der tausendfachen Eskalation unter Donald Trump sagt.
Wieso sammelt man überhaupt Autogramme? Es ist ja bisher schon angeklungen: Als Erinnerung an das Treffen mit einem tollen Schauspieler. Letztlich geht es mir nicht um das physische Papier mit der Unterschrift, denn sonst könnte ich Autogramme ja auch einfach bei Ebay oder den einschlägigen Händlern kaufen. Deswegen habe ich die Autogramme auch gerne personalisiert, also „für Johannes“ oder so draufstehen, und deswegen habe ich 99% der Autogramme in meiner Sammlung auch persönlich geholt. Eine Ausnahme ist das Autogramm von Adrian Paul (Duncan MacLeod in der „Highlander“-Serie), das mir 2005 ein netter Mensch von der Filmbörse Bochum mitgebracht hat. Aber auch das ist personalisiert.

Zu meinen absoluten Highlights in 20 Jahren Con-Besuch gehört der Auftritt des Astronauten Rick Searfoss 2005 auf der FedCon 14. Das war einfach noch mal was ganz anderes, jemanden auf der Bühne zu sehen, der wirklich mit dem Space Shuttle im Weltall gewesen war. Der hatte sich seine Standing Ovations wirklich verdient.
Das führt leider zu einem anderen Thema: Nach einiger Zeit hat man leider auch Autogramme von Leuten, die verstorben sind. Auch Rick Searfoss ist bereits 2018 mit gerade mal 62 Jahren verstorben, sehe ich gerade. Das ist dann auch traurig, wenn man beim Blättern zu diesen Bildern kommt, gerade wenn Leute so lange vor ihrer Zeit sterben. Aber es macht die Erinnerung an das kurze Treffen noch mal etwas spezieller. Andy Hallett kommt mir da immer als erstes in den Sinn. Ich habe ihn 2006 auf der FedCon 15 getroffen und er hat ein cooles Bild seiner Rolle als Dämon Lorne aus „Angel“ signiert, und schon 2009 starb er mit gerade einmal 33 Jahren! Auf der gleichen Con hat Mira Furlan für mich unterschrieben, die 2021 gestorben ist. Ich habe mir damals kein Foto ihrer Rolle Delenn aus „Babylon 5″ ausgesucht, sondern ein schönes Schwarzweiß-Foto der Schauspielerin, das im Nachhinein ein bisschen wie aus einem Nachruf aussieht. Mira Furlan war einfach so nett und freundlich! Ähnlich geht es mir mit René Auberjonois (Odo aus DS9), den ich 2008 traf. Er war unheimlich freundlich, hat kleine „Odo in seinem Eimer“-Zeichnungen gezeichnet und verkauft und ich habe mir, wieso auch immer, kein Odo-Bild sondern ein Foto von ihm im Anzug ausgesucht. Er starb 2019.

Beim Blättern bin ich mittlerweile 2006 angekommen. James Horan, Claudia Christian und Marc Singer haben auf Highlander-Bildern unterschrieben. Daneben scheinen mir die Autogramme der Hauptdarsteller der diversen Trek-Serien regelrecht langweilig. Ja, sie sind auf großen Fotos, aber eben alle ohne Personalisierung und für mich auch ohne viele Erinnerungen. Eine Ausnahme ist vielleicht Gates MacFadden, denn ich erinnere mich sehr speziell, dass mir an dem Morgen wirklich schlecht war (der „Ferengi Nugget“ in Fulda enthielt entweder zu viel oder sehr schlechten Rum oder beides) und nicht viel gefehlt hat und ich hätte der Ärmsten auf den Tisch gekotzt. Ja, das waren noch wilde Zeiten damals!
2007 waren wir in Kanada und haben die FedCon verpasst. 2008 war das System dann so wie heute, dass alle Autogramme Geld kosten. Dann holen sich nur noch die Fans welche, die sie auch wirklich wollen (und das Geld dafür haben), so dass Zeit für Personalisierungen bleibt.
Was ich übrigens nur einmal gemacht habe bisher ist ein Foto mit den Schauspielern. Irgendwie reicht mir die Erinnerung über das Autogramm, ich muss mich da nicht auch noch mit auf dem Bild sehen. Aber 2009 haben wir uns ein Bild mit Edward James Olmos und Michael Hogan geleistet, Captain und erstem Offizier aus „Battlestar Galactica“. Das hängt seitdem signiert an unserer Wand. Das ist auch gut so, denn der Spaß war zu teuer, um es in einem Ordner zu verstecken (zweimal fürs Foto bezahlen, weil wir beide drauf sind, und dann für beide Autogramme). 🙂
Der Text wird immer länger, deswegen geht es in ein paar Tagen weiter in Teil 2.