Lesetipp des Tages: Tatort zum Abgewöhnen

Mal wieder was Lesenswertes, was ich mir vor einiger Zeit gebookmarkt habe, um es hier irgendwann mal zu verlinken: Der Fall Tatort

Ich habe den Tatort früher nie geschaut und das erst vor einigen Jahren angefangen, weil Diana ihn gerne schaute. Mittlerweile kann ich die meisten Ermittlerteams grob den jeweiligen Städten zuordnen, und den Münsteraner Tatort schaue ich sogar gerne und freiwillig. Alle anderen Tatort-Teams hinterlassen leider einen zwiespältigen Eindruck: Man bleibt irgendwie dran kleben, weil man nach dem Wetter nicht schnell genug ausgemacht hat, und dann will man ja auch schon irgendwie wissen, wie es ausgeht. Aber letztendlich sind die Fälle belanglos und die Umsetzung meistens ärgerlich.

Der oben verlinkte Artikel spricht etwas an, dass mich seit längerer Zeit an den Tatorten stört, nämlich die Art wie die TV-Kommissare ihre Fälle lösen. Der Zeit-Artikel fasst das schöner und ausführlicher zusammen, aber kurz gesagt kann ich es einfach nicht mehr haben, dass die Fernseh-Polizei so konsequent alle Regeln missachtet, incl. dem gesunden Menschenverstand. Mag sein, dass das der tatsächliche Polizei-Alltag ist, aber ich erwarte von Tatort-Drehbüchern etwas mehr. Aber nein, da werden konsequent die Rechte von Beschuldigten ignoriert, man sieht bei Verhören quasi nie einen Anwalt außer bei negativ gezeichneten, reichen Charakteren, die Kommissare ignorieren absichtlich jegliche Grenzen legaler Ermittlungstätigkeit etc. Und schlussendlich tappen sie ohne jeden Selbsterhaltungstrieb ständig alleine in offensichtlich gefährliche Situationen (habe ich zu viele amerikanische Cop-Serien gesehen, oder wäre es einfach logisch, so etwas nie ohne seinen Partner anzugehen?!).

All das kann man als Spannungselement mal einbauen, hin und wieder. Aber doch nicht JEDE EINZELNE WOCHE! Dann verkommt das zu einer Lachnummer wie der 47. Shuttle-Absturz bei der Voyager.

Ich würde lieber einmal einen Krimi sehen, wo die Charaktere den Fall tatsächlich als Team lösen, mit rein legalen Mitteln, und Verhaftete kriegen vielleicht sogar einen Anwalt. Da habe ich bei der ARD aber wohl keine Chance. 🙁

So, und wer sich den sonntäglichen Tatort nun ebenfalls abgewöhnen möchte, der sollte unbedingt mal dieses Video schauen. Ehrlich, es lohnt sich, und falls man doch mal schwach wird in Zukunft hat man wenigstens was zu lachen, während man jede einzelne Szene dieses Videos wiedererkennt.

3 Gedanken zu “Lesetipp des Tages: Tatort zum Abgewöhnen

  1. Klasse Video! Und mit Sicherheit besser als jeder Tatort. Ich finde diese Krimis so öde, dass ich nicht einmal geschafft habe beim Zappen hängen zu bleiben. Selbst Peter Sodann war es nicht möglich, mich an eine Folge vollständig zu binden. Und bei einem solchen Schund mischen sich die Tatort-Drehbuchschreiber in die Urheberrechtsdebatte ein?

  2. Das Video ist wirklich klasse. Und manche der Fragen stelle ich mir auch hin und wieder, wie zum Beispiel im letzten Tatort aus Frankfurt. Die junge Kommissarin wird durch einen Fall unglaublich emotional und geht dann Wege in die Illegalität (wo sie zum Beispiel den Rechner des Journalisten durchsucht – in seiner Wohnung, ohne Beschluss, ohne dass er oder jemand anders da ist!). Die Münsteraner schaue ich ganz gerne (auch wenn sie von alten Tatortfans oft als Kasper beschimpft werden) und ich mag auch die Wiener Tatorte, die Kölner und das alte Team aus dem Saarland (was ja leider abgesägt wurde). Wen ich überhaupt nicht mag:. das Leipziger Team. Ich finde es zwar schön immer mal Bilder aus Leipzig zu sehen, aber die beiden Kommissare können einem ganz schön auf den Wecker gehen. Und ich bin überhaupt nicht erfreut Till Schweiger als neuen Kommissar zu sehen. Es muss ja nun nicht jeder Hans der deutschen Schauspielriege als Kommissar auftauchen.
    Naja, ich werde den Tatort wohl weiterhin schauen, um ein bisschen Heimar hier zu haben. Übrigens habe ich zu Hause auch mal Wilsberg geschaut, das zweite Krimiformat, was in Münster gedreht wird und bei den Münsteranern viel bekannter ist als der Tatort, das ist auch nicht schlecht. Ich hatte bloß vorher noch nichts davon gehört.
    So, viele Grüße,
    Sabine 🙂

  3. Hallo Sabine! „Wilsberg“ habe ich auch letztens zum ersten Mal gesehen (die Weihnachtsfolge, glaube ich) und war begeistert. Da stimmt der Humor einfach. Hat sich leider seitdem nicht mehr ergeben, dass ich dazu mal Zeit hatte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte beachte die Kommentarregeln: 1) Kein Spam, und bitte höflich bleiben. 2) Ins Namensfeld gehört ein Name. Gerne ein Pseudonym, aber bitte keine Keywords. 3) Keine kommerziellen Links, außer es hat Bezug zum Beitrag. mehr Details...

So, noch mal kurz drüber schauen und dann nichts wie ab damit. Vielen Dank fürs Kommentieren! :-)